Vor ein paar Tagen sprach ich mit Norman, meinem Freund aus guten alten Ruhrpott-Zeiten, der am Montag die Jungs von Ugly Kid Joe bei ihrem Auftritt im Essener Turock begleitet hatte. Auf meine Frage, ob er nicht Lust hätte einige Worte über den Gig auf Papier zu bringen, stimmte er sofort zu… vielen Dank hierfür!

Also dann, bitte sehr… Faxe (Normans Spitzname, unter dem ihn wahrscheinlich die meisten Leutz eher kennen!), du hast das Wort:

 

Wenn man in den letzten Tagen vor dem Konzert im Bekanntenkreis ankündigte: „Hey, nächste Woche bin ich bei Ugly Kid Joe“, kam oft die verwunderte Reaktion: „Wie, die gibt es noch?“. Ganz richtig ist diese Aussage natürlich nicht – es gibt sie wieder, seit der Reunion im Jahre 2010.

14523123_10207661630925127_6685281842927520757_n

Foto: Norman Krell

Nun befindet sich Ugly Kid Joe auf Europa-Klub-Tour und machte am 01. November 2016 Halt im Essener Turock, sicherlich eine der bekanntesten Rockmusik-Locations im Pott. Ugly Kid Joe Sänger Whitfield Crane kündigte vor der Klub-Tour eine „kick-ass Rock-n-Roll Show“ an und hat Wort gehalten!

Da meine Frau Tanja seit Jugendtagen ein besonderes Verhältnis zu Ugly Kid Joe pflegt – ihre erste gekaufte eigene CD war „Americas Least wanted“ aus dem Jahr 1992 – bekam sie die Tickets zu diesem Konzert nichtsahnend zum Geburtstag! Diese CD ist übrigens noch heute bei besonders schlechter Laune zur Behebung dieses Umstandes in Nutzung.
[Anmerkung der Redaktion: erst neulich hat sich Nick im Rahmen unserer „Handwritten Classics“ genau dieses Album vorgenommen!]

Zunächst wurden die Gäste durch die australische Vorband Tim McMillan and Rachel Snow amüsiert, denn Tim McMillan ist nicht nur ein Künstler an der Akkustik-Gitarre, sondern verfügt auch über ein großes komödiantisches Talent.

Als zweite Vorband war die ebenfalls australische Band Dallas Frasca zwecks einheizen des Publikums gebucht.

14956489_10207661629005079_4319119543585388941_n

Foto: Norman Krell

Um 21:30 betrat dann Ugly Kid Joe die Bühne und den ersten Lacher hatte bereits Drummer Shannon Lurkin auf seiner Seite. Er betrat die Bühne nur in Unterhose bekleidet.

Mit dem Opener „Neighbor“ brachten die Kalifornier direkt den kompletten Saal zum mitsingen. So war früh spürbar, hier sind viele alte UKJ-Fans vor Ort.

Ugly Kid Joe

Foto: Norman Krell

Die Band selbst war mit großer Spielfreude und Spaß dabei, was beim ständigen Spiel mit dem Publikum dem Grinsen im Gesicht deutlich erkennbar war. Das Konzert insgesamt prima abgemischt, so dass der Sound auch einwandfrei war – spürbar, dass hier Profis am Werk sind. Die Setlist war gespickt mit vielen alten Songs der Platten „Americas Least wanted“ und „Menace to Sobriety“, so dass die Klassiker „Cats in the craddle“, „Goddamn Devil“ und „Madman“ nicht fehlen durften. Das Publikum ging hier dankbar mit und feierte mit der Band! Aber auch einige neuere Songs der 2013 EP „Stairway to hell“ und dem 2015er Album „Uglier than they used to be“ – wie beispielsweise „Devils Paradise“ und „No One survives“ wurden gespielt, die der Stimmung keinen Abbruch taten und ebenfalls offenbar schon vielen bekannt war.

Sänger Whitfield Crane spielte permanent mit dem Publikum, klatsche ab und animierte zum mitmachen. Zusätzlich unterhalten wurde das Publikum mit der Vorführung der deutschen Sprachkenntnisse „Ich habe ein Kaninchen – das ist aber tot!“. Zusätzlich wurde Cranes Kampf mit dem Mikroständer zum Running Gag des Gigs, denn er übergab es regelmässig zur Reparatur der Technik, die übrigens einen großartigen Job gemacht haben.

14908244_10207661626245010_3435254414364878905_n

Foto: Norman Krell

Nach gut einer Stunde wurden der Band eine Pause verschafft, indem Whitfield Crane ein paar ruhige UKJ-Songs begleitet von Tim McMillan in der Akkustik-Version zum Besten gab, wie beispielsweise „Come tommorow“. Hierbei fiel dann zur eigenen Belustigung sein Mikrofon in zwei Teile – und er behalf sich grinsend mit dem Mikro eines Gitarristen. Ab hier floss dann auch das Bier auf der Bühne, welches die Band selbst auf der Bühne zapfte – wobei auch der ein oder andere Becher im Publikum landete.

14962540_10207661628245060_4607526650725519951_n

Foto: Norman Krell

Nach den Akkustik-Songs und des eigenhändigen Zusammensteckens des Mikros war UKJ dann schnell wieder auf Betriebstemperatur mit dem Motorhead-Cover „Ace of Spades“. Zuvor zeigte sich die Band sehr erfreut über den „Motorhead-Cover-Helm“ der metergroß an der Wand des Turocks über der Bar hängt.

Mit „Everything about you“ endete das Konzert nach rund 105 großartigen Minuten und Band und Publikum verliessen sichtlich zufrieden das Turock.

Als Gitarrist Klaus Eichstädt dann noch ein paar Plektren an das Publikum verteilte, endete sein Vorrat direkt bei meiner Frau Tanja. Er hielt ihr dann die Gitarre hin und nach ihrem beherzten Zugreifen, überlegte er sich, dass er die doch besser behalten möchte. Tanjas Nebenmann hatte aber offenbar Mitleid und gab dann netterweise sein Plektron weiter, so dass sie doch noch zu ihrem UKJ-Souvenir kam!

Ein toller Abend mit einer sehr gut aufgelegten Band ! Das hat Spaß gemacht!

 

BANDPAGE