Wie mir ging es in den 90er Jahren vielen Menschen in Deutschland. Sie kannten Ugly Kid Joe nur auf Grund eines Covertitels von ihrem Debutalbum. Als ich diesen Song das erste Mal hörte, war ich ungefähr zehn Jahre alt. Ich spielte den Song auf meiner Westerngitarre rauf und runter. Einige Jahre später stieß ich beim Stöbern im CD-Regal eines Kaufhauses erneut auf Ugly Kid Joe. Als ich auf der Titelliste „Cats In The Cradle“ entdeckte blieb mir natürlich nichts anderes übrig als die Scheibe zu kaufen.

Was dann kam war klar. Das was ich auf dieser CD zu hören bekam hatte mal so gar nichts mit „Cats In The Cradle“ zu tun. Da ich aber sowieso schon einen Hang zur härteren Musik entwickelt hatte, war ich schlicht weg begeistert. Für Wochen lief die Scheibe in meiner Kompaktanlage hoch und runter.

Schon der erste Song welcher da auf den Namen „Neighbor“ hört hatte es mir direkt angetan. Fette Gitrarren, die Dynamic in den Vocals und die knackigen Drums waren der Brüller. Das direkt darauf folgende „God Damn Devil“ stand dem in nichts nach. Wer genau hin hört, kann bei „God Damn Devil“ übrigens Rob Halfords Stimme entdecken, wo wird natürlich nicht verraten.

Parallel zu dem relativ unkonventionellen Stilmix von Hardrock, Metal und Funk fällt auch der Sozialkritische Aspekt in den Lyrics auf. Beides zieht sich wie ein roter Faden durch alle Songs. „Cats In The Cradle“ macht da keine Ausnahme.

Ein weiteres Highlight ist die Nummer „Don’t Go“. Diesen Song könnte man am besten als die wütende Variante eines Liebesliedes bezeichnen. Auf jeden Fall eine Nummer die jeder Teenager und nichts anderes war ich damals, versteht.

Das absolute Highlight ist natürlich „Cats In The Cradle“. Dieser Song erzählt von der schwierigen Beziehung eines Jungen zu seinem Vater und wie dieser, als der Junge erwachsen ist und seine eigene Familie gegründet hat, feststellt, dass er sich seinem Sohn gegenüber genauso verhalten hat, wie sein Vater damals ihm gegenüber. Sogar Johnny Cash hat diesen Song schon gecovert aber meine Lieblingsversion ist unbestritten die von Ugly Kid Joe.

Der zweite Song, für den Ugly Kid Joe in Deutschland bekannt waren ist „Everything about you“. Dieser verfehlte, im Gegensatz zu „Cats In The Cradle“, knapp die Top Ten Platzierung in den Charts. Eins jedoch hat dieser Song geschafft, er traf den Zeitgeist der Jugend.

Für mich gehört dieses Album zu den 90er Jahren wie Dolly und die Wiedervereinigung. Die abwechslungsreiche Musik und die vielseitige Stimme von Whit Crane machen dieses Machwerk der 90er für mich zu einem echten Klassiker.

 

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Tracklist:

  1. Neighbor
  2. Goddamn Devil
  3. Come Tomorrow
  4. Panhandli‘ Prince
  5. Busy Bee
  6. Don’t Go
  7. So Damn Cool
  8. Same Side
  9. Cats In The Cradle
  10. I’ll Keep Tryin‘
  11. Everything About You
  12. Madman
  13. Mr. Recordman

 

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