Ufomammut – Fenice (Neurot Recordings, 06.05.2022)

Nach 21 gemeinsamen Jahren und acht Studioalben haben sich die Wege von Schlagzeuger Vita und Ufomammut 2020 getrennt. Der neue Mann an den Drums nennt sich seit letztem Jahr Levre. Und hört man sich das neue Studioalbum des italienischen Dreiers an, hat er anscheinend wirklich neuen Schwung in den Band gebracht. Passend betitelt heißt die Scheibe auch „Fenice“ – das italienische Wort für Phoenix.

Ganz so dramatisch wie der Mythenvogel aus der Asche steigen Ufomammut jetzt nicht. Aber das Album durchzieht durchaus eine angenehme Frische, welche den Sound der Band hier etwas anders erklingen lässt. Wo man in den letzten Jahren immer mehr damit beschäftigt war große, teils komplizierte Klangmassive zwischen Sludge und Postmetal aufzuschichten, wirkt „Fenice“ ein ganzes Stück offener. Intimer und freier wollte man dem eigenen Bekunden nach klingen.

Das macht sich zum einen mal an dem verstärkten Einsatz von Synthesizern bemerkbar, zum anderen am erweiterten Einsatz von Gesang. Wo jener sonst eher ein verfremdetes Gemurmel im Hintergrund war, setzt Bassist Urlo seine Stimme neun deutlich wahrnehmbarer und schon fast traditionell ein. Eine interessante, neue Geschmacksnote. Wo Ufomammut früher weit in den Kosmos hinausgeschossen sind, richtet sich der Blick nun mehr nach innen, was für einen durchaus bodenständigeren Sound sorgt.

„Fenice“ ist im Endeffekt eine durchgehende Komposition von rund 40 Minuten Länge, unterteilt in sechs Abschnitte, was den durchgängigen Fluss des ganzen erklärt. Wabernde Synth-Flächen wechseln mit maschinellen Schlagzeug-Rhythmen und wilden Stakkato-Riffs auf. Psychedelische Anflüge stehen schweren Grooves gegenüber, Ambient-Flächen auf den Putz hauendem Doom.

Ufomammut sind auch anno 2022 noch Ufomammut. Sie klingen nur etwas anders. Und das ist durchaus spannend!

 

Trackliste:
1. Duat
2. Kepherer
3. Psychostasia
4. Metamorphoenix
5. Pyramind
6. Empyros

 

3.8