Schneller, höher und immer weiter, das sind wohl prägenden Worte in unserer Gesellschaft. Die deutsche Indie-Band Tusq will uns mit ihrem am 02.11.2018 erscheinenden dritten Album „The Great Acceleration“ die Frage nach der Sinnhaftigkeit dieser Leitworte stellen.

Tusq ist eine Indie-Rock Band deren Mitglieder aus Hamburg und Berlin kommen. Dabei war vor allem die räumliche Entfernung der beiden Gründer Timo Sauer und UIi Breitenbach ein Grund warum es erst 2009 zur Gründung von Tusq kam. Doch dann ging es sehr schnell. 2010 kam mit „Patience Camp“ ihr Debütalbum und 2013 folgte ihr zweites Album „Hailuoto“. Nun folgt mit „The Great Acceleration“ ihr drittes Album und im Gegensatz zu den beiden vorherigen Alben haben sich die Jungs dieses mal nicht für die Produktion nach Finnland begeben, sondern sind ihrem Alltag geblieben. Zusätzlich hat man sich mit Gorden Raphael jemanden geholt, der bereits die Strokes produziert hat. Dementsprechend gespannt kann man auf „The Great Acceleration“ sein.

Der Einfluss von Raphael lässt sich auch bereits im Introtrack „Set Fire“ feststellen, so wirkt dieser deutlich weniger verspielt und geht direkt mehr nach vorn ohne dabei den Indiebereich zu verlassen. Weiter gehts mit „Gorilla Syrup“, welcher uns in Form von zwei Affen zeigt, wie gefangen wir in den alltäglichen Abläufen sind.

I don’t think I ever need some more.

Wer sich das Musikvideo bis ganz zum Schluss anschaut, erfährt übrigens, dass zwei ganz besondere Gaststars in den Affenkostümen stecken!

Man muss Tusq besonders zugute Halten, dass sie es schaffen ihre deutlich politisch und kritischeren Messages so zu verpacken, dass sie nicht klingen wie der erhobene Zeigefinger, sondern zu ordentlichen Indieklängen verpackt mitschwingen. Das große überragende Thema ist, wie oben bereits eingeleitet, die große Sinnfrage in der Gesellschaft. Musikalisch kommen Tusq mit The Great Acceleration rauer und dunkler daher, wirken dabei aber nicht übermäßig melancholisch.

No matter how much it coast
Exatly nothing is won
That makes a life worth living

In Summe ist „The Great Acceleration“ der Beweis, dass Tusq es geschafft haben, einen deutlicheren tieferen Stil zu finden und sich deutlich weiterzuentwickeln. Zusätzlich ist das Album ein gelungenes Indie-Rock-Album das es Wert ist genauer betrachtet zu werden.

 

Tracklist:

  1. Set Fire
  2. Gorilla Syrup
  3. Be Happy Now
  4. Different Planet
  5. Too Close To Call
  6. Nothing Is Won
  7. The Gang
  8. Anyway
  9. No Clouds
  10. Fading Stars

Tourdaten:

02.11. Hamburg – Molotow Skybar
10.11. Weissenhäuser Strand – Rolling Stone Weekende
15.11. Wiesbaden – Kesselhaus
16.11 Wien – Arena Wien
17.11. München – Backstage München
18.11. Zürich – Dynamo Zürich
09.01. Oberhausen – Druckluft
10.01. Köln – Helios 37
11.01. Karlsruhe – KOHI Kulturraum
12.01. Bremen – Zollkantine

 

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Foto by Chantal Weber

Tusq - The Great Acceleration (Oktober Promotion/Soulfood Music, 02.11.2018)
4.2Gesamtwertung