Tusky bringt Liebe in den Punkrock – und nicht nur das. Mit der neuen EP legen die verrückten Holländer knapp ein Jahr nach Albumdebüt „Rated Gnar“ mit einer starken Fünf-Song-EP nach – pünktlich bevor es die Band auch erstmals hierzulande zu sehen gibt – natürlich wieder mit künstlerisch unverkennbaren Artwork. Das gelbe Mondgesicht mit den zwei Vampirzähnen darf hier nicht fehlen. Das ist ja inzwischen Tuskys unverkennbarer Markenkern.

Mit dem Song „Goosey Goosey Gander“ gab es bereits einen Vorboten dieser EP, mit einem sehenswerten Video. Die Band spielt hier die weltberühmte Band „Tuskallica“ die auch durch den Ausstieg des Bassisten Justin in eine tiefe Krise geraten ist. Ähnlichkeiten mit bekannten Metalbands können da nur purer Zufall sein und Namensähnlichkeiten wie Alfred Hetfield bestimmt auch. Bassist Justin ist tatsächlich aus persönlichen Gründen ausgestiegen und hat jedoch mit Crucial Chris (im Video Crucial Trujillo, herrlich), der ebenso zuvor bei John Coffey tätig war, einen würdigen Nachfolger gefunden. Der Song selbst lebt, wie nahezu die gesamte EP, von den ständigen Stilwechseln von Punk, Grunge und melodischen Parts – typisch für Tusky und ein klasse Song!

 

Insgesamt hat Tusky seinen eigenen Stil und es fällt schwer, hier Vergleiche mit anderen Bands zu ziehen. Man kommt hier automatisch eigentlich zu John Coffey zurück, denn alle Bandmitglieder waren zuvor entweder auf der Bühne oder als Techniker bei John Coffey tätig. Daher sind die Ähnlichkeiten unverkennbar, wenn auch hier nun Punkrock gespielt wird und der geht voran – witzigerweise beschreibt sich die Band selbst als aggressives Scheidungskind von Foo Fighters und Offspring, das nun Aufmerksamkeit einfordert. „Foo Fighters and Offspring got married, then divorced, and now their angry child Tusky is asking for attention, well actually, demanding attention!”

Mit „Jawbreaker“ befindet sich ebenfalls ein Juwel auf der EP, bei der es nicht nur im Text härter zugeht – auch das rhythmische durchgehende Gitarrenriff hat es mir irgendwie angetan! Toller Song!

„Faint of Heart“ geht ebenso als typischer Tusky-Song durch, mit seinen unerwarteten Breaks – Punkrock pur!

Mit „Love Love Love“ geht es dann deutlich ruhiger zu –  bis zum ersten Tempowechsel.  Die Band zeigt hier jedoch auch ihre musikalische Bandbreite und beweist, auch die ruhigen Töne zu beherrschen – auch wenn diese bei Tusky.

Zum Abschluss der EP folgt noch mit „Mormor“ eine Ode an die Großmutter – mehr Liebe kann man in schnellen Punkriffs doch gar nicht verpacken. Klingt irgendwie so, als würde es sich ausschließen – aber Tusky überwindet solche Widersprüche.

 

Tracklist:

  1. Jawbreaker
  2. Goosey Goosey Gander
  3. Faint of Heart
  4. Love Love Love
  5. Mormor

Tourdaten:

  • 10.05.19 Hamburg – Molotov Skybar
  • 11.05.19 Oberhausen – Druckluft

 

Foto: Maxine Scharrenberg

Tusky - Love Love Love [EP] (V2Records-Benelux, 03.05.2019)
4.8Gesamtwertung