Nun ist es also so weit…
Wochen habe ich mich vor den Classics gedrückt – und das nur, weil meine Kollegen so wahnsinnig fette Bretter vorgelegt haben. Vielen dank auch 😉

Ganz ursprünglich hatte ich andere Pläne für meinen Beitrag der Classics aber wie das Leben nun mal so spielt… gestern durfte ich mir meine erste Buchlesung zu Gemüte führen und war sehr positiv überrascht. Das mag daran gelegen haben, dass es sich um keinen geringeren als den guten Thees Uhlmann handelte. Und so kam mir „Buchstaben über der Stadt“ plötzlich wieder in den Sinn und in die Ohren – also ab ins Auto und das gute Ding angeschmissen!

Um meinen musikalischen Werdegang nur mal ganz kurz auf zu listen:
– da man sich ja Mitte der 90er zwischen Kelly´s und Boybands entscheiden musste, hab ich die langhaarige Fraktion gewählt 😉
– ein kurzer Ausflug in die Welt von Dr. Dre, Eminem und Wu tang clan
– eine intensivere Auseinandersetzung mit ner Band deren Namen ich nicht nennen werde 😉
– Stagnation bei Korn, Slipknot, Static-X, Disturbed, Drowning Pool und Co.

Danach kam erstmal lange nix… zumindest nix neues.

2006 passierten dann einige feine Dinge die mein Leben grundlegend verändert haben – unter anderem die Geburt von meinem großen Sohnemann. Und wie aufs Stichwort erschien knapp 4 Monate vor diesem großartigen Tag „Buchstaben über der Stadt“. Eins von wenigen „nicht-tot-gehörten-Alben“ die „immer gehen“!

tomte_buchstaben_ueber_der_stadt_coverNicht nur, dass ich das Cover liebe… von „Ich sang die ganze Zeit von dir“ (haaaaach!) bis „Geigen bei Wonderful World“ (doppel haaach!) einfach ein feiner, herrlicher Hinhörer.
Wobei ich zugeben muss, dass mich Thees außergewöhnliche Stimme, die ja nicht gerade dafür bekannt ist immer auf den Takt genau zu singen, seine Art nebenbei einen dritten imaginären Takt mit dem Bein zu wippen und nicht immer vorhersehbaren Gesangsmelodien am Anfang ein wenig irritiert hat. Krasser scheiß für jemanden wie mich, der ja „ein bisschen Malle ein bisschen Autist“ (Zitat Sondaschule) ist und auf klar strukturierte Lieder steht 🙂 Aber wie das so ist mit Gegensätzen – am Ende ziehen sie sich dann doch an.

Man könnte also zusammenfassend sagen: Tomte haben mich dem teils (!) schlechten 2000er Nu Metal entrissen! Juhu. Würde ich doch ein familiäres, schräges Tomte Konzert, ohne lange nachdenken zu müssen, jeder Metal Show vorziehen.

Natürlich habe ich Tomte bzw deren Alben, so wie auch Thees Solo Projekt, im Laufe der Jahre immer wieder quer gehört aber Favorit ist und bleibt tatsächlich „Buchstaben über der Stadt“. Was mich, glaube ich, am meisten packt ist die herrliche Leichtigkeit der Songs, vollgepackt mit fundamentaler Schwere. Wie ich schon weiter oben schrieb: „Das Album geht immer!“ ob zum Kaffee mit den Schwiegereltern (die ja in den aller meisten Fällen nicht ganz konform gehen mit der „modernen“ Musik), Nachts allein auf der Autobahn, Badewannen-Musik, selbstverständlich gerade beim Tippen und und und. Die Liste könnte ewig lang werden.

…und bevor ich jetzt anfange noch mehr Quatsch zu schreiben höre ich lieber auf und bereite mich mental auf die nächste Runde Classics vor 😉

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Tracklist:
1.Ich sang die ganze Zeit von dir
2. So soll es sein
3. Was den Himmel erhellt
4. New York
5. Walter & Gail
6. Norden der Welt
7. Warum ich hier stehe
8. Auf meinen Schultern
9. Sie lachen zu recht und wir lachen auch
10. Geigen bei Wonderful World

Tomte – HOMEPAGE