Da ist er wieder! Unser Lieblingsholländer nach Frau Antje kommt mit neuem Album, neuer Energie (wo er die nach dem Dauertouren auch immer herzaubert) und neuen Songs.

Mit „Till the End“ gab es schon einen musikalischen Videoleckerbissen im Vorfeld und damit war auch schnell klar, dass wir hier wieder folkigen Songwriterpunk, mit mehr Folk als Punk, erwarten können. Die Stimme, die schon soviele Bühnen in ganze Europa erobert hat, macht Tim Vantol wohl zwischen den vielen vielen Folkgitarrenschwingern zu einem Erlebnis.

Die Songs pendeln wie gewohnt zwischen den Thekenkrachern, die das Bier und den Whiskey schon fast automatisch die Kehle runtertreiben und den schweren Herzschmerzsongs, die mit Melodien wie in „Restless“ schon krass unter die Haut gehen. Auch wenn ich mir schon fast ein Rumbleseat-Cover erhofft hatte. Aber eigener neuer Song ist natürlich auch geil.

Wer den guten Tim Vantol schonmal live gesehen hat, weiß wie sympathisch, erdig und trinkfest und trotzdem diszipliniert er ist. Nicht ohne Grund ist er erster Ansprechpartner für den karohemdtragenden Rauschebart der ersten Stunde, Chuck Ragan, wenn es um Support für Shows in Deutschland geht. Und wer vielleicht sogar das Glück hatte und beide Whiskeystimmen mal zusammen auf der Bühne gesehen hat, weiß was noch immer die Faszination an diesem Folkpunksongwriterding ist. Die ehrliche, raue und einfache (im positiven) Art dieser Musiker, die meistens mit Pathos nur so um sich schmeißen, trifft genau die am Boden gebliebene Sehnsucht, die sich viele Musiklieberhaber in dieser schnelllebigen und oberflächlichen Zeit so wünschen. Man hat das Gefühl als würden sich die Typen gleich den Finger für den Blutsbrüderschwur aufschnibbeln. So bildlich gesprochen.

Klar dürfte auch sein, dass man hier keine Neuerfindung des Songwriter-Genres finden wird. Es geht gewohnt weiter und könnte ein guter zweiter Teil des letzten Albums sein. Daher wünscht man sich an der einen oder anderen Stelle vielleicht noch ein wenig Biss, ein wenig Experimente oder auch einfach mal etwas Mut auch mal einen oder zwei Songs anders zu gestalten. Aber ich glaube Tim wäre dieser Wunsch ziemlich Wurscht, weil er einfach macht worauf er Bock hat und was er kann. Und das ist ja auch gut so.

Für Freunde von Leuten wie Chuck Ragan, Brian Fallon und Dave Hause auf jeden Fall mal wieder eine Kaufempfehlung für den guten Typ! Danke Tim! Auch danke das ein Foto von mir den Weg in dein Video gefunden hat! Prost!

 

  1. Till the End
  2. Why shouldn’t You
  3. A little that we knew
  4. Restless
  5. We’re not gonna make it
  6. Lost the Unknown
  7. Let it Pour
  8. Burning Desires
  9. The Hardway
  10. 67`in Broken White

 

Tim Vantol - Burning Desires (Odyssey Music, 21.04.2017)
4.3Gesamtwertung