Ganz ohne Namedropping kommt man auch bei Thenighttimeproject nicht aus. Gegründet hat der sonst bei October Tide tätige Gitarrist Fredrik Norrman die Band nach seinem Ausstieg bei Katatonia. Und diese beiden Bandnamen lassen schon darauf schließen, dass bei den Schweden auch nicht gerade die bunteste Gute-Laune-Musik auf dem Programm steht.

Und die Vermutung führt auch nicht auf eine falsche Fährte. Thenighttimeproject fahren einen angedüsterten, melancholischen Sound, der sich gar nicht so leicht in eine Schublade stecken lässt. Hier etwas Alternative und Metal, da ein Hauch Prog, dann wieder eine Ladung Postrock, Doom-Atmosphäre oder neuzeitlicher Gothic Rock. Zum Abschmecken eine Prise Psychedelik und fertig ist ein interessanter Soundcocktail, der nicht nur von den grau schimmernden Klangflächen, sondern auch von den tollen Melodien lebt, welche Sänger Alexander Backlund vorlegt.

Sein Gesangsstil ist modern und er ist fähig die emotionalen Tiefen, in die seine Texte abtauchen, auch stimmlich rüberzubringen. Ein großes Plus, welches dafür sorgt, dass einen die Songs packen. Jene wurden schön aneinander gereiht, so dass sich ein angenehmer Fluss ergibt. Vom ungewöhnlichen, komplett elegischen Start „Hound“, über das warm melancholische „Rotting Eden“ und proggig verschärfte „Final Light“, bis zum epischen, mit der perfekten Gastsängerin Heike Langhans (Draconian) versehenen, an The Gathering erinnerndem „Signals In The Sky“.

Mit dem ruhigen Outro „Meridian“ endet ein durchgehend gelungenes Album!

 

Trackliste:
1. Hound
2. Rotting Eden
3. Binary
4. Final Light
5. Embers
6. Pale Season
7. Anti Meridian
8. Signals In The Sky
9. Meridian

 

Thenighttimeproject - Pale Season (Debemur Morti Productions, 28.06.2019)
4.0Gesamtwertung