„Die Yawpers sind die Schafe im Wolfspelz“ – so lautet der erste Satz des Promozettels, welcher dem aktuellen Album der Band beilag. Hm, auf jeden Fall wird nicht gleich offenbart was drinsteckt. Eins ist zumindest sicher. Die Band brennt!

Das macht der Opening-Song gleich mal klar. Zuerst lässig nach vorne, dann explodiert man plötzlich und reißt den Hörer mit sich. Im weiteren Verlauf wechseln sich zappelnden Rocksongs mit zurückhaltenden ab, knarzend knirschende Klänge mit Melodieseligkeit. Dabei denkt man mal an eine Garage-Rockband, dann wieder an Größen wie Tom Petty oder sein Indie-Pendant Matthew Logan Vasquez. Stilistisch ist „Human Question“ jedenfalls ein kleiner Parforceritt zwischen groovendem Blues, urwüchsigem Rootsrock und überraschend: glühender Punkenergie.

Die Einordnung ist nicht einfach, am Ende aber auch einfach scheißegal, wenn dabei gute Songs rauskommen. Und das tut es definitiv. Und noch dazu klingt jeder davon ein bisschen anders. Die Kontraste sind stark, aber die Diversität gefällt. Man muss wohl talentiert sein, wenn das alles als Ganzes ein stimmiges Bild ergibt.

Vielleicht ist es auch das Thema der Songs, welches sie zusammenhält. Sänger und Gitarrist Nate Cook tauchte dafür tief in seine Seele ein, sodass wir es mit einem Art therapeutischem Album zu tun haben, welches Traumas und Depressionen zur Seite wischt. Dabei klingt „Human Question“ aber nicht wie eine Therapiestunde, sondern wie ein lauter Aufschrei mit viel Hunger nach Leben.

Ein lebendiges Album zum Tanzen, Ausflippen, Mitsingen. Zwar keineswegs perfekt, aber unterhaltsam!

 

Trackliste:
1. Child Of Mercy
2. Dancing On My Knees
3. Human Question
4. Man As Ghost
5. Earn Your Heaven
6. Reason To Believe
7. Carry Me
8. Forgiveness Through Pain
9. Can’t Wait
10. Where The Winters End

 

The Yawpers - Human Question (Bloodshot Records, 19.04.2019)
3.8Gesamtwertung