Irgendwann vor rund zwei Jahrzehnten geistere mal die Meldung durch die Presse, die drei Meistervokalisten Rob Halford, Bruce Dickinson und Goeff Tate wollen eine Art „Die Drei Tenöre“ des Metals machen. Außer einem Song mit dem Iron-Maiden-Frontmann und Mr. Metalgod auf seinem Album „Resurrection“ wurde allerdings nix draus. Der Name des vermeintlichen Projekts: The Three Tremors.

Sean Peck (Cage, Death Dealer) griff die Idee wieder auf und tat sich mit Harry Conklin (Jag Panzer, Titan Force, Satan’s Host) und Tim Owens (ex-Judas Priest, ex-Iced Earth, etc.) zusammen, um ein gemeinsames Album aufzunehmen. Das liegt mittlerweile vor. Und was erwartet man nun von einer Platte, auf denen diese drei Powerstimmen gemeinsam agieren? Wilde Gesangsduelle, ein wahres Scream-Fest? Und was bekommt man? Ein Sammlung von wilden Gesangsduellen und ein wahres Scream-Fest!

Musikalisch wird typischer Dicke-Hose-US-Traditions-Vollgas-Metal geboten. Mit viel Wumms, modern mit einem Plastikgeruch produziert, welcher Heavyness andeuten soll. Aber das ist hier gar nicht so wichtig, denn im Vordergrund steht ganz der Gesang. In höchsten Tönen wird hier jubiliert, man haut einem die Zeilen voller Inbrunst und Stimmgewalt um die Ohren, dass es nur so kracht – und das meistens durch alle drei Herren auf einmal. Keine Sekunde wird nachgegeben, jede Lücke wird gefüllt.

Gerade der Ripper und Peck klatschen Zeug raus, dass es einem Angst und Bange wird. Man hat sie wahrscheinlich noch nie so intensiv gehört. Der Tyrant klingt dagegen fast brav und unauffällig und kann kaum Akzente setzen. Schade, dabei hätte man ihn lassen sollen, denn in den zurückhaltenderen Passagen kommt seine mittlere Stimme charismatisch rüber. Oder ist das nur die Erleichterung, dass sich die Ohren kurz neu ausrichten können?

Ich fühle mich musikalisch doch sehr an das letzte Cage-Album „Ancient Evil“ erinnert. Auch hier wurde alles bis ans Limit hoch gepresst. Kein Wunder, ist hier auch die komplette Cage-Band am Werk. Die Songs hatten dabei das Nachsehen und es ging kaum was ins Ohr. Das ist auch hier leider so. Wirklich mitreißende Gesangslinien und Refrains gibt wenige, feine Harmonien gleich gar nicht. Geschicktes Songwriting? Ähm, ja… „Fly Or Die“, „Lust Of The Blade“ und „The Cause“ sind allerdings einigermaßen positive Beispiel, die aufhorchen lassen.

Was ist The Three Tremors nun? Eine knappe Stunde lang Vollgas mit drei außergewöhnlichen Sängern, die hier allerdings mit maximaler Verschwendung weder Maß noch Ziel kennen und demonstrieren, welche Kraft in ihren Lungen steckt. Dabei zuzuhören muss nicht immer Spaß machen – und das tut es auch nicht. Ganz subjektiv ist mir das alles zu übertrieben und ich tue mir schwer, das objektiv zu bewerten. Darum lasse ich das am besten auch mal.

 

Trackliste:
1. Invaders from the Sky
2. Bullets for the Damned
3. When the Last Scream Fades
4. Wrath of Asgard
5. The Cause
6. King of the Monsters
7. The Pit Shows No Mercy
8. Sonic Suicide
9. Fly or Die
10. Lust of the Blade
11. Speed to Burn
12. The Three Tremors