The Tea Party – Blood Moon Rising (InsideOut Music, 26.11.2021)

Als sich die Kanadier The Tea Party 2005 auflösten, hinterließen sie eine Lücke, welche im Anschluss nicht mehr gefüllt werden konnte – nicht mal von ihnen selbst. Die Mischung aus dem Bluesrock-Sound von Led Zeppelin, orientalischen Einflüssen, einem Jim-Morrison-ähnlichen Gesang und ganz viel Magie war einfach zu einnehmend und einzigartig.

Nach dem nicht besonders packenden „The Oceans At The End“ (2014) darf man tatsächlich wieder ein neues Album der Band in Händen halten. Aber halt, so ganz neu ist es gar nicht. Denn es besteht erst einmal aus den sechs Songs der vor zwei Jahren in Eigenregie veröffentlichten „Black River EP“. Dazu kommen in der LP-Version fünf, sowie in der CD-/Digital-Version acht weitere Nummern.

Den Spirit vergangener Jahre oder die Faszination der Solojahre von Sänger/Gitarrist Jeff Martin konnte man auf „Blood Moon Rising“ erwartungsgemäß nicht wieder hervorrufen. Aber am Ende ist es doch ein gutes Rockalbum geworden. Denn für eine Bauchlandung sind hier einfach drei zu gute Musiker am Werk. Kratzende, geradlinige Rocksongs wie „Black River“ oder „Hole In My Heart“, die von in der Jimmy-Page-Gitarrenschule geschmiedeten Gitarrenriffing leben, reißen sofort mit. Das zusätzlich mit Harp-Sound angereicherte „Way Way Down“ ebenso. Und natürlich dürfen auch zurückhaltendere bis balladeske Töne, bei denen der immer noch einnehmende Gesang von Jeff Martin im Vordergrund steht, nicht fehlen („Our Love“, „Shelter“).

Man vermisst aber nach wie vor die teils abgründige Tiefe und vor allem die weltmusikalischen Einsprengsel von früher. Aber vielleicht konnten sich die Musiker die Dämonen vergangener Tage austreiben, was zu melodisch ausgeglichenen und luftigen Nummern wie „Sunshower“ oder „Summertine“ führte, bei denen tatsächlich auch in trüben Tagen die Sonne aufgeht. Man weiß es nicht… The Tea Party anno 2021 sind eben nicht The Tea Party anno 1995. Und das ist aus diversen Gründen wahrscheinlich auch gut so.

Alte Fans können durchaus reinschnuppern. Wer die Band heute neu kennenlernen möchte, kann sich das Ganze fast etwas wie eine erwachsene, in sich ruhende Version von Greta Van Fleet vorstellen.

 

Trackliste:
1. Black River
2. Way Way Down
3. Sunshower
4. So Careless
5. Our Love
6. Hole In My Heart
7. Shelter
8. Summertime
9. Out On The Tiles
10. The Beautiful
11. Blood Moon Rising (Wattsy’s Song)
12. Isolation
13. Everyday Is Like Sunday
14. Way Way Down (Bonus Live Version)

 

3.8