Herrlich, einfach nur herrlich dieses neue Album der Kanadier The Sheepdogs! Herrlich altmodisch mit einer herrlichen Lockerheit gesegnet und eine ganzen Wagenladung herrlicher Melodien angerichtet. Die Truppe hat sich bewusst Zeit gelassen und mit Produzent D’Arcy so lange gearbeitet bis man gelangweilt oder müde war. Die Musik ist sozusagen das Produkt einer natürlichen Entspanntheit.

Und das Ergebnis spricht für sich. Denn es ist ein ziemlich dolles geworden. Eines zu dem man seine Seele baumeln lassen kann. Aber auch eines das zum sanften Abrocken einlädt. Musikalisch tritt die Band durchaus in die Fußstapfen ihre Landsleute The Guess Who, The Band, der Allman Brothers Band oder Neil Young. So trifft hier knackiger Rootsrock auf große Harmonien und viel Seele. Schlagzeug, Bass, Gitarre, Orgel und E-Piano und vor allem der harmonische Gesang sorgen für einen schönen, vollen Sound.

Dabei ist es erstaunlich wie zeitlos und frisch dieser vermeintlich altmodische Sound klingt, der im Vorbeigehen auch mal Stax-Soul, Latin-Rock oder sanften Country streift. Denn nicht nur in Ehre ergraute Herren dürften (oder vielmehr: sollten!) davon angefixt werden, sondern auch Leute, bei denen z.B. die Kings of Leon einen großen Stein im Brett haben. Einfach zeitlose Musik. Die Leidenschaft und das feine musikalische Händchen des Quintetts nehmen mit.

Hier trifft lässiger Rock’n’Roll („I’ve Got A Hole Where My Heart Should Be“) auf melancholisches Ruhige („I’m Just Waiting Form My Time“), entspannte Westcoast-Harmonien („Nobody“) auf stampfende Refrains („Up In Canada“), entspannte Grooves („Let It Roll“) auf altmodischen Rock („Saturday Night“), Vibrierendes á la Santana („The Big Nowhere“) auf eine Bluegrass-Verbeugung („Born A Restless Man“) Ach, es gibt einfach viel zu entdecken auf dieser rund 50-minütigen Platte.

Kein Song, der auch nur irgendwie überflüssig klingt, keiner der so richtig langweilt. Erst recht nicht der Parforce-Ritt durch das letzte Albumdrittel, in dem man immer wieder kürzere Tracks ineinander verschlingt. die letzten sechs Tracks, die wie ein Medley rüberkommen. Ihr sucht einen Soundtrack für den Sommer? Für heiße Tage, wie für angenehme Abende? Glückwünsch, ihr habt ihn gefunden!

 

Trackliste:
1. Nobody
2. I’ve Got A Hole Where My Heart Should Be
3. Saturday Night
4. Let It Roll
5. The Big Nowhere
6. I Ain’t Cool
7. You Got To Be A Man
8. Cool Down
9. Kiss The Brass Ring
10. Cherries Jubilee
11. I’m Just Waiting For My Time
12. Born A Restless Man
13. The Bailieboro Turnaround
14. Up In Canada
15. HMS Buffalo
16. Esprit Des Corps
17. Run Baby Run

The Sheepdogs - Changing Colours (Dine Alone Records , 27.04.2018)
4.5Gesamtwertung