Seit weit über zwanzig Jahren feiern The Real McKenzies nun bereits eine fette Party nach der anderen – womit wir dann bereits die Namensgebung der sympathischen Kanadier abgearbeitet haben. Denn laut Auskunft der Folk-Punker leitet sich der Bandname von dem gälischen Wort Ceilidh ab, welches oben genannte tagelange ausschweifende Umtrünke beschreibt.

So, genug der nebensächlichen Randnotizen und hin zum neuen Album, welches auf den aussagekräftigen Titel „Beer and Loathing“ hört… und nichts von dem vermissen lässt, was sie in den acht vorherigen Studioalben bereits mehrfach zum besten gegeben haben.

Elf auffällige „Big Foot Steps“ hinterlassen die Jungs aus Vancouver und es lohnt sich ihnen nach zu gehen – wer The Real McKenzies schon einmal irgendwo live auf ihren Touren bzw. als Support für Bands wie Rancid, NOFX, Bad Religion, Shane MacGowan, oder Flogging Molly gesehen hat, der weiß nämlich das hier neben dem Bier auch eine extrem gute musikalische Performance selbstverständlich ist. Nicht umsonst haben sich Fat Wreck Chords die Kanadier geschnappt und haben auch wieder „Beer and Loathing“ produziert.

Beginnend mit sanften Dudelsack-Tönen und Trommelwirbel gibt „A Widow`s Watch“ die Marsch-Route der nächsten 37 Minuten vor, begleitet von der stets entspannten Stimme Paul McKenzies, die bei der klassisch schottischen Trink- und Schunkelhymne „Overtoun Bridge“ bereits einen wunderbaren Einstand gibt.

Dank der „Big Foot Steps“ wird dann aber schnell ein wenig Fahrt aufgenommen und spätestens mit „Beer and Loathing“ ist dann das ersten Pint geleert und der ganze Laden auf Betriebstemperatur – hoffentlich habe ich genügend Guinness im Haus… denn „das Schlimmste ist, wenn das Bier alle ist!

Einen kompletten auf die Bremse erlebt man dann mit „Cock Up Your Beaver„… mir ein wenig zu sanftmütig, aber so bleibt immerhin Gelegenheit kurz zum Kühlschrank zu gehen.

Pogend geht es dann zurück, erklingen doch die treibenden Sounds „Nary Do Gooder“ aus den geplagten Lautsprecherboxen, bevor man noch den „Death of the Winnipeg Scene“ verpasst – was weg ist, ist weg… da helfen dann auch „36 Barrels“ nichts mehr.

Endlich wieder ein schickes Dudelsack-Opening mit verzerrten Gitarren erwartet uns bei „Whose Child Is This“ – da kommt „The Ballad of Cpl. Hornburg“ genau richtig und leitet das große Finale ein, welches mit der Rocknummer „The Cremation of Sam McGee“ und mit dem instrumentalen „A Seafarer’s Return“ einen gelungenen und temporeichen Abschluss findet.

Ich will es mal so sagen, The Real McKenzies haben wieder einmal lupenrein abgeliefert und zeigen sich von ihrer fröhlich-amüsanten, aber auch von ihrer sozial- und gesellschaftskritischen Seite. Die Mischung macht´s halt, und die haben sie immer schon sehr gut hinbekommen – daher würde ich mir das Album auch zulegen… wenn ich es nicht schon hätte!

 

Titel:
1. A Widow’s Watch
2. Overtoun Bridge
3. Big Foot Steps
4. Beer and Loathing
5. Cock Up Your Beaver
6. Nary Do Gooder
7. Death of the Winnipeg Scene
8. 36 Barrels
9. Whose Child Is This
10. The Ballad of Cpl. Hornburg
11. The Cremation of Sam McGee
12. A Seafarer’s Return

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The Real McKenzies - Beer and Loathing (Fat Wreck Chords, 03.07.2020)
4.0Gesamtwertung