Wenn man es als junge Band sogar mehrfach zu David Letterman schafft, dann hat man erstens scheinbar alles richtig gemacht und befindet sich zweitens gerade auf dem Höhepunkt des Erfolges.

Drei Jahre später ist es zwar wieder ein wenig ruhiger um The Orwells geworden und Letterman wird das amerikanische Rock-Quintett dank seines Ruhestandes auch nicht mehr einladen, aber zumindest musikalisch geht es ab Freitag wieder ordentlich nach vorne.

Dann nämlich erscheint die dritte Scheibe der fünf Garage-Punks um Sänger Mario, die beiden Gitarren-Quäler Dominic und Matt, sowie Bassmann Grant und Henry am Schlagzeug.

Dass die Jungs auf „Terrible Human Beings“ wieder ordentlich Garage spielen und Gas geben würden lag in der Tradition der Sache… das man hier aber in 38 Minuten ganze 13 Songs geboten bekommt und somit kaum eine Nummer die 3-Minuten-Marke überschreiten sollte, davon durfte man aber nicht ausgehen – okay, um später nicht als Lügner da zustehen… der Closer „Double Feature“ bricht mit seinen sieben Minuten natürlich alle Bandrekorde!

Schon „They Put a Body in the Bayou” und „Fry“ machen richtig Spaß und neugierig auf die folgenden Nummern… so richtig schön rockig – den angekündigten Punk kann ich bisher zwar noch nicht so wirklich erkennen, aber zumindest ihre Vorlieben für Black Francis oder The Strokes lassen sich hier nicht leugnen!

Sagen mir persönlich die „Creatures” nicht so zu, gehe ich bei “Vacation” wieder komplett konform mit den The Orwells – und dann kommt mit „Black Francis“ eine wahre Hymne auf den Pixies Frontmann!

Ob nun „M.A.D.“ oder das recht kurze aber deftige „Buddy“, hier wird auf hohem Niveau abgerockt und spätestens die zweite Nummer zeigt wieder einen guten Schwung Parallelen zu den Pixies… ganz feiner Song, Respekt!

Insgesamt fällt über die komplette Dauer des Albums aber schon auf, dass die Jungs keineswegs die Absicht haben den Rock zu revolutionieren bzw. an ihrem bisherigen Stil etwas ändern zu wollen – richtige Ausreißer oder dauerhaft in Erinnerung bleibende Songs findet man daher auf „Terrible Human Beings“ eher nicht.

Trotz alledem kann man die Scheibe allen empfehlen, die dem guten alten Gitarren-Rock frönen und sich hier zuhause fühlen!

 

Titel:
1. They Put a Body in the Bayou
2. Fry
3. Creatures
4. Vacation
5. Black Francis
6. M.A.D.
7. Buddy
8. Hippie Soldier
9. Heavy Head
10. Body Reprise
11. Ring Pop
12. Last Call
13. Double Feature

 

Live habt ihr in der nächsten Woche die Möglichkeit The Orwells bei einem ihrer drei Deutschland-Gigs zu besuchen… also hin da, denn laut NME handelt es sich bei den Jungs um „die beste neue Live Band Amerikas“!

20.02. München, Strom
21.02. Berlin, Musik & Frieden
22.02. Köln, Luxor

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The Orwells - Terrible Human Beings (Atlantic Records/Warner Music, 17.02.2017)
4.3Gesamtwertung