Bereits zum dritten Mal liegt jetzt ein Album der Gevelsberger Folk-Punks von The O’Reillys and the Paddyhats vor mir und wartet darauf begutachtet zu werden. So weit, so gut… und jetzt echt mal, „Dogs on the Leash“ ist wirklich gut – so viel kann nach der ersten Rotation schon gesagt werden.

Ich weiß nicht wie viele Hektoliter Bier und Whiskey bei dieser Produktion die Kehle runter gelaufen sind, aber auch nach neun Jahren gemeinsamen Schaffens kann man den sieben auf ihrem vierten Studioalbum nicht vorwerfen, dass nicht ordentlich Gas gegeben wird. Von Banjo, über Fiddle bis zur Geige, hier wird jedes Klischee einer guten irischen Party-Combo erfüllt – und das natürlich im positiven Sinne.

Eigentlich hätten The O’Reillys and the Paddyhats ihre neue Scheibe natürlich gerne auf diversen Festivals und bei unzähligen Konzerten vorgestellt, aber eine gewisse nervige Pandemie hat auch ihnen bekanntermaßen einen dicken Strich durch die Rechnung gemacht. Aber aufgeschoben ist ja bekanntlich nicht aufgehoben… und so kann man schließlich noch mehr Vorfreude aufbauen!

Das es die Gevelsberger mittlerweile dank bzw. wegen der bisherigen Veröffentlichungen „Seven Hearts One Soul“ (2016), „Sign of the Fighter“ (2017) und „Green Blood“ (2018) es auch schon mehrfach aufs Wacken geschafft haben, wird dem einen oder anderen nicht entgangen sein – mit „Dogs on the Leash“ wären sie dort dieses Jahr bestimmt wieder sehr gut aufgehoben gewesen. Naja, wie gesagt… höhere Gewalt halt.

Zumindest haben sie ihren Fans bis zum verspäteten Release dann immerhin in regelmäßigen Abständen ein paar Knochen in Form von vermehrten Single-Auskopplungen hingeschmissen, die natürlich dankbar gefressen wurden.

Besonders gut hat mir schon vor Wochen „Here It Goes Again“ gefallen, das mich bei geschlossenen Augen sofort auf die Grüne Insel entführt, wo ich zugegebenermaßen viel zu lange schon nicht mehr gewesen bin.

Aber auch mit „Millions“ oder „James Brian“ fühle ich mich sehr gut, wobei die erstgenannten Nummer gemeinsam mit „Ferryman“ eher zu den ruhigeren Songs gehört und ich eigentlich den schnellen, robusten Folk-Punk bevorzuge.

Daher holen The O’Reillys and the Paddy hats mich bei „Overtime Work“ Dann wieder so richtig ab!

Ich sag es mal so, „Dogs On The Leash“ ist ein sympathisches und solides Album geworden, das sich gut an die Vorgänger anschließt. Hier wird nichts neu erfunden, was es nicht schon in Perfektion gab, sodass die Gevelsberger Iren eigentlich wieder ziemlich viel richtig gemacht haben. Aber mich kriegt man eh, wenn man sich um die Tradition und die Geschichte der Grünen Insel kümmert… wer einmal da war, der weiß was ich meine.


Vollgas-Gitarren treffen auf traditionelle irische Instrumente, dazu noch die bisweilen derbe und rauhe Stimme… und fertig ist der eigene und persönliche Sound der Paddyhats!

Dann lasst uns mal alle die Daumen drücken, dass es in absehbarer Zeit zu keinem weiteren Lockdown kommt und wir The O’Reillys and the Paddyhats wieder mit ordentlich Partylaune und Energie im Gepäck live sehen können. Vielleicht liegen ja nach dem ganzen Mist der letzten Monaten wieder Pläne für das eine oder andere selbstveranstaltete Festival in der Schublade – 2017 und 2018 haben es die Gevelsberger ja schon einmal, ähhh zweimal, eindrucksvoll vorgemacht!

 

Titel:
1. Dogs on the Leash
2. Here It Goes Again
3. James Brian
4. Hobo of Mitchelstown
5. Millions
6. Ferryman
7. From Dublin to Moscow
8. Overtime Work
9. Captain Without a Ship
10. Beautiful Fear
11. Back Home in Derry
12. Shoe Shine Box
13. Farewell

 

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The O'Reillys and the Paddyhats - Dogs on the Leash (Metalville/Rough Trade, 29.05.2020)
4.3Gesamtwertung