The Movielife sind wieder da: Nachdem es 14 Jahre still um die Band war, veröffentlichen sie mit „Cities In Search Of A Heart“ nun ihr Debütalbum auf ihrer neuen Label Heimat Rise Records.

Und der Nachfolger des 2003er Albums „Forty Hour Train Back To Penn“ macht im Grunde genau da weiter, wo sie damals aufgehört haben. Early-2000er-Emo-Punk at it’s best. Nicht mehr ganz so ruppig und ungestüm wie auf dem Debütalbum „This Time Next Year“, aber immer noch gut nach Vorne. Wer jetzt aber glaubt, dass das ganze angestaubt klingt, irrt sich gewaltig. Denn auch wenn die Band sich treu geblieben ist, was ihren Sound angeht, so merkt man doch auch gleichzeitig deutlich die Weiterentwicklung und auch den Einfluss der Musik, die Sänger Vinnie Caruana in der Pause gemacht hat.

Grade bei einem ruhigeren Song wie „Pour Two Glasses“ fühlt man sich sehr an seine beiden Solo Veröffentlichungen erinnert, die etwas ruhiger waren, als es bei seinen Band Veröffentlichungen mit The Movielife oder I Am The Avalanche der Fall war. Der Song ist übrigens einer meiner Anspieltipps auf der Platte, nicht nur wegen der Zeile „I’m not coming home for Christmas, I’m coming home for you“.

Sein zweites musikalisches Standbein während der Movielife Pause hört man allerdings noch deutlich öfter auf „Cities In Search Of A Heart“ durchkommen, sind I Am The Avalanche doch auch sehr nah am The Movielife Sound verortet. So könnte der Opener „Ski Mask“ auch einem I Am The Avalanche Album entstammen. Und auch der dritte Song der Platte, die vorab veröffentlichte Single „Ghosts In The Photographs“, schlägt musikalisch diese Richtung ein. Ein weiterer Anspieltipp von mir. Jetzt klingen I Am The Avalanche aber auch nicht exakt wie The Movielife und umgekehrt. Wer aber eine der Bands mag, wird die andere definitiv auch mögen und sie ergeben zusammen ein für mich stimmiges Gesamtbild.

Die beiden ruhigeren Nummern „Pour Two Glasses“ und „Hearts“ bilden von den 10 Songs auf „Cities In Search Of A Heart“ ein wenig das solide Fundament der Platte. Die restlichen 8 Titel gehen da deutlich mehr nach Vorne. Macht wirklich Spaß und man singt automatisch mit und trommelt beim Autofahren mit den Händen aufs Lenkrad. Einzig das Intro zu „Sister Saint Monica“ ist gewöhnungsbedürftig, an den schiefen Kindergesang habe ich mich bis jetzt nicht hundertprozentig gewöhnt. Das ist aber auch der einzige Kritikpunkt, den ich anbringen kann. Und vielleicht, dass die 10 Songs in nur 26 Minuten durch sind.

Abschließend bleibt zu sagen, dass The Movielife mit „Cities In Search Of A Heart“ ein wirklich großartiges Comeback gelungen ist und sie beweisen, dass auch 2017 der typische 2000er Emopunk Sound noch zu begeistern weiß. Für mich jetzt schon ein Anwärter für meine Platte des Jahres, definitiv aber das Comeback des Jahres. Unbedingt anhören!

The Movielife - Cities In Search Of A Heart

The Movielife – Cities In Search Of A Heart

01. Ski Mask
02. Mercy Is Asleep At The Wheel
03. Ghosts In The Photographs
04. Sister Saint Monica
05. Pour Two Glasses
06. Lake Superior
07. Laugh Ourselves To Death
08. Blood Moon
09. Youre The Cure
10. Hearts

The Movielife - Cities In Search Of A Heart (Rise Records, 22.09.2017)
5.0Gesamtwertung