Eben erst mit der neuen Hard-Rock Supergroup Giraffe Tongue Orchestra das Debütalbum „Broken Lines“ veröffentlicht, startet Gitarrist Ben Weinman nun mit dem Rest von The Dillinger Escape Plan und dem vorerst letzten Album durch!

Nach den bisherigen fünf Studioalben und der beinahe zwanzigjährigen Bandgeschichte soll dann mit der Veröffentlichung von „Dissociation“ und nach der darauf folgenden Tour erstmal eine Pause auf unbestimmte Dauer folgen.

Da die Jungs aus New Jersey während der Aufnahmen auf dem amerikanischen Festland verstreut waren, wurden die Schlagzeugparts in Long Island, Gitarre und Bass in New Jersey und der Gesang in Long Bach eingespielt bzw. aufgenommen… Ben brachte abschließend noch einige Töne in seinem eigenen Studio auf Spur!

Zusammengebaut wurde das Ganze dann endgültig von Kurt Ballou (Isis oder Cave In) in Boston… dass die Band trotz der eigentümlichen Albumproduktion immer noch eine Art Einheit ist zeigt das Ergebnis, welches nun vor mir liegt.

Elf tiefe Einschläge in die Magengegend, Songs voller Wucht und Energie… aggressiver und brachialer hat man The Dillinger Escape Plan selten erlebt. Das vorübergehende finale Album (mal schauen, wann die Band sich dann doch wieder auf eine neue gemeinsame Reise macht?!) hat es ab der ersten Minute in sich und der Opener „Limerent Death“ gibt die Marschrichtung für die folgenden gut 50 Minuten vor.

Wild, wirr, verwirrend verworren… spätestens nach „Wanting Not So Much To As To“ beschleicht sich mir doch der Eindruck, dass die Parts der Musiker nicht immer eindeutig zusammen passen – ich denke das sollen sie aber auch nicht… wenn ich die Band in den letzten Jahren richtig verstanden habe!

„FUGUE“ bietet dann erstmals wirklich Struktur, wobei diese sich auf den Industrial-Drum-Beat bezieht, der wie ein Uhrwerk durch den knapp vier Minuten langen Song hämmert… experimentell und gleichzeitig verstörend!

“Low Feels Blvd” bedient die Hardcore-Freunde, schlägt mir aber genau wie  „Surrogate“ zu sehr in die Fr**se… und nach „Honey Suckle“, welches sich durch nicht zusammen passen wollende Sound-Experimente zieht (wurden hier zehn verschiedene Spuren übereinander gelegt?), habe ich persönlich genug gehört… ich werde mit dem ganzen Album nicht wirklich warm!

Ach was, schnell noch die letzten Nummern durchhören… aber nach der ersten Minute „Manufacturing Discontent” bin ich endgültig raus – wo nehmen die Jungs die Aggressionen und diese konfuse Stimmung her?

Fans mögen das, bestimmt… sorry, ich leider überhaupt nicht!

 

the_dillinger_escape_plan_dissociation_cover

Titel:
1. Limerent Death
2. Symptom Of Terminal Illness
3. Wanting Not So Much To As To
4. FUGUE
5. Low Feels Blvd
6. Surrogate
7. Honey Suckle
8. Manufacturing Discontent
9. Apologies Not Included (Explicit)
10. Nothing To Forget
11. Dissociation

BANDPAGE

The Dillinger Escape Plan – Dissociation (Party Smasher Inc./Cooking Vinyl, 14.10.2016)
2.0Gesamtwertung