Das amerikanische, dem Bluegrass und Country zugetane Trio The Devil Makes Three kann etwas, das nicht alle können: man mag sie auch, selbst wenn man nicht allzu viel für Bluegrass und Country übrig hat! Woran das wohl liegt? Das ist eine gute Frage. Vielleicht an seiner Konsequenz sein eigenes Ding durchzuziehen, daran, dass man auch als traditionsbewusste Gruppe mehr Punk- und Rock’n’Roll-Feeling verbreitet als manche Punk- und Rockband, und dass man mit Leichtigkeit mit diversen Genres und Einflüssen von Blues, über Ragtime und Rockabilly bis eben Punk jongliert?

Wahrscheinlich spielt all das rein, wenn The Devil Makes Three richtig loslegen. Basis der Songs ist dabei der Gesang und die akustische Gitarre von Pete Bernhard. Voran getrieben wir das Ganze von Banjo-Spieler Cooper McBean und Kontrabassistin Lucia Turino. Übliche Perkussionsinstrumente bleiben außen vor und werden auch gar nicht vermisst. Mit viel Pfeffer im Hintern jagt das Trio durch seine Songs, die immer irgendwie etwas Archaisches haben, aber durch jede Menge Leichtigkeit mitreißen.

Nach vier Studioalben hat sich das Trio nun die Zeit genommen seinen Einflüssen in Form eines Coveralbums zu huldigen. Zwölf Songs haben es auf „Redemption & Ruin“ geschafft. Zwölf Songs, die von prominenten Namen wie Tom Waits, Robert Johnson, Willie Nelson, Muddy Waters, Hank Williams oder auch Townes Van Zandt geschrieben worden. Und zwölf Songs, denen The Devil Makes Three mit teils ebenso prominenten Gästen (u.a. Emmylou Harris, Duane Eddy) neues Leben einhauchen und ihren eigenen Stempel aufdrücken.

Eine geballte Ladung Musikgeschichte also, die sich hier abspielt. Und dieser Geschichtsunterricht macht durchaus Laune. Viel Country, viel Bluegrass, viel Blues gibt es hier zu hören. Aber stets voller Elan und ohne Patina vorgetragen. Dabei ist es egal, ob es sich um eine Saufnummer wie Willie Nelsons „I Gotto Get Drunk“, um Hilbilly-Country wie „There’ll Be A Jubilee“ oder um düstere Balladen von Townes Van Zandt („Waiting Around To Die“) und Hank Williams („Angel Of Death“) handelt. Jede Seite hat ihren Reiz und sorgt für abwechslungsreiches Hörvergnügen.

Eine rundum gelungene Sache. Für Einsteiger in die Welt der interessanten Band würde ich allerdings „I’m A Stranger Here“, das letzte reguläre Album der Band, empfehlen. Das war noch eine Schippe mitreißender und wilder.

The Devil Makes Three - Redemption & Ruin

Trackliste:
1. Drunken Hearted Man
2. Champagne and Reefer
3. I Gotta Get Drunk
4. Chase The Feeling
5. I’m Gonna Get High
6. Waiting Around To Die
7. There’ll Be A Jubilee
8. I Am The Man Thomas
9. Come On Up To The House
10. What Would You Give
11. Down In The Valley
12. Angel Of Death

The Devil Makes Three - Redemption & Ruin (New West Records, 26.08.2016)
4.0Gesamtwertung