Auch wenn man in den letzten Jahren nicht so viel von den Kanadiern von The Dears gehört hatte, war es nicht so das Sänger Murray Lightburn, Gitarrist Patrick, Bassmann Martin, Schlagzeuger George und die beiden Keyboarderinnen Valérie und Natalia völlig untätig in ihrer Heimat Montreal rumgesessen hätten.

In Kanada bereits vor einer guten Zeit produziert und veröffentlicht kommt nun nämlich mit einer ordentlichen Verspätung von einem Jahr das bereits sechste Album namens „Times Infinity Vol. 1“ zu uns nach Europa.

In vierzig Minuten verpackt finden sich zehn Songs voller Melancholie… von leicht schrammeligen Gitarren und smarten Schlagzeug-Beats untermalten Sounds, bis hin zu aufbrausenden, aber dennoch sanftmütig und eingängigen Melodien ist für jeden etwas dabei, der sich ab und an auch mal für ruhigere Töne begeistern lässt.

Auf mich wirken die ersten beiden Nummern „We Lost Everything“ und „I Used to Pray for the Heavens to Fall” als gute Entschleuniger gegen den Alltagsstress, „To Hold and Have“ hätte in Teilen auch gut musikalischer Bestandteil des neuen Trainspotting Soundtracks werden können… schicker Indie-Rock mit Wiedererkennungswert!

Das ruhige Duett „You can’t get born again“, welches Bandgründer Murray Lightburn gemeinsam mit Natalia Yanchak zum Besten gibt sagt mir zwar nicht so zu, dafür kriegt mich die Elektro-Rock-Nummer „Here’s to the Death of All the Romance“ dank des leicht verwirrenden, aber sehr treibenden Beats und der düsteren Grundstimmung umso mehr… habe ich eigentlich schon erwähnt, dass  Murray seine Stimme hervorragend und Punktgenau einsetzten kann um den einen oder anderen wichtigen Akzent zu setzen – wenn nicht, dann sei es hiermit getan!

Irgendwie passt der nächste Song „Someday All This Will Be Yours“ durch seine gespielte Fröhlichkeit dann gar nicht wirklich in den Ablauf des Albums, aber der wunderbare Pop-Gesang macht die Nummer dann doch wieder interessant – das Stück ist stellenweise irgendwie Morrissey… irgendwie aber auch gar nicht!

„Face of Horros“ könnte gut und gerne in einem französischen 60iger Jahre Road-Movie vorkommen, so wunderbar schräg und schauderhaft schön! Leider bremst mich „Hell Hath Frozen in Your Eyes“ trotz gutem Anfang wieder komplett aus und „Onward and Downward“ hätte ich mir auch irgendwie schenken können.

Ich will es mal so sagen, auf „Times Infinity Vol. 1“ gibt es viele Hochs, aber auch einige Tiefs, da ich The Dears bisher aber noch nicht kannte, werde ich mich demnächst mal um die altern Veröffentlichungen der Kanadier kümmern. Außerdem wird gerade an „Times Infinity Vol. 2“ gearbeitet, das dann nächstes Jahre erscheinen und laut Band um einiges düsterer ausfallen soll – ich bin gespannt!

 

Titel:
1. We Lost Everything
2. I Used to Pray for the Heavens to Fall
3. To Hold and Have
4. You Can’t Get Born Again
5. Times Infinity 1
6. Here’s to the Death of All the Romance
7. Someday All This Will Be Yours
8. Face of Horrors
9. Hell Hath Frozen in Your Eyes
10. Onward and Downward

BANDPAGE

The Dears - Times Infinity Vol. 1 (Dangerbird/The Orchard, 03.02.2017)
4.0Gesamtwertung