The Dead Daisies – Holy Ground (The Dead Daisies Pty Ltd./SPV, 22.01.2020)

Tabula rasa bei den Dead Daisies? Eigentlich nichts Neues im Dasein der von Gitarrist und Geschäftsmann David Lowy gegründeten Hardrock-Band. Der Ausstieg des charismatischen Sängers und Aushängeschilds John Corabi überraschte dann doch. Ihm hinterher folgte Bassist Marco Mendoza. Anstatt sich zwei neue Leute zu suchen, rief man nur einen an: Glenn Hughes. Wer, wenn nicht er, könnte beide Rollen gleichzeitig ausfüllen?

Und die Hinzunahme von Urgestein und der „Voice of Rock“ scheint ganz neue Energien in den verbleibenden Musikern – Lowy, Gitarrist Doug Aldrich und Schlagzeuger Deen Castronovo – geweckt zu haben. Denn „Holy Ground“ ist ein ziemlich rassiges Album geworden! Fast wirkt es, als hätte Mr. Hughes die Band an sich gerissen. Denn sein markantes Basspiel und vor allem sein mächtiger Gesang stechen sofort ins Ohr. Dabei ist es immer wieder der Wahnsinn, mit welcher Inbrunst und Euphorie der 69-Jährige singt. Selbst eher unauffälligen Songs wie zum Beispiel „Righteous Days“ verpasst er damit einen ordentlichen Tritt. Altert er eigentlich irgendwann mal?

Und der Rest der Dead Daisies folgt ihm bereitwillig. Wobei das Ganze trotzdem nicht wie eine Hughes-Soloplatte klingt, sondern wie das Produkt einer echten Band, die am selben Strang zieht. „Holy Ground“ bietet satten, zupackenden Hardrock, der dieses Mal etwas mehr noch wie alte Schule klingt, aber trotzdem aufgrund seiner saftigen und modernen Produktion gut in die heutige Zeit passt. Starke Heavy-Songs wie „Come Alive“, „Holy Ground (Shake The Memory)”, das swingende „Bustle And Flow“ und vor allem das extrem coole „Like No Other (Bassline)” sind beeindruckend und sorgen für ordentlich „Satisfaction“.

Gerade die erste Hälfte haut besonders rein, die zweite lässt dann etwas nach. Vielleicht hat man sich bis dahin auch an die Wucht der Band gewöhnt. Aufhorchen lässt da vor allem das lässige Humble-Pie-Cover „30 Days In The Hole“ und die glimmende, überlange und unkitschige Power-Ballade „Far Away“.

Insgesamt überwiegt also die Begeisterung. Die Dead Daisies wirken durch den Neuzugang fast wie eine neue Band. Aber neue Besen kehren bekanntlich gut. Wie es zum neuen Album kam, hat Stefan in seinem Interview mit Doug Aldrich in Erfahrung gebracht.

Schaut mal vorbei!

 

Trackliste:
1. Holy Ground (Shake The Memory)
2. Like No Other (Bassline)
3. Come Alive
4. Bustle And Flow
5. My Fate
6. Chosen And Justified
7. Saving Grace
8. Unspoken
9. 30 Days In The Hole
10. Righteous Days
11. Far Away

 

 

Photo-Credits: Fiaz Farelly

 

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