Nicht einmal zwei Jahre ist es her, da haben uns die schwedischen Punkrocker von The Dahmers mit ihrem abgedrehten Debut-Album „Demons“ beglückt und schon steht morgen mit „In The Dead Of Night“ die nächste Scheibe im Regal.

Konzentrierte man sich früher noch auf das Bier trinken, Horrorfilme schauen und Rock`n´Roll spielen, so geht der mittlerweile eingeschlagene Weg als Garagen-Band mit Hang zu High-Speed-Punkrock in eine durchaus kreativere und ansprechendere Richtung!

Noch in höchsten Tönen vom letzten Album geschwärmt mache ich mich also an die neuen Songs der Schweden… dreizehn an der Zahl sind es geworden. Nach dem Intro „Dusk“, welches einem 70iger Horror-Streifen entsprungen sein könnte, rockt „Cut Me Down“ punkig gruselig los und schon haben die Schweden mich wieder da, wo sich mich damals entlassen hatten – Beine wippend in einer Transsilvanischen Garage… eigentlich warte ich nur auf diesen adeligen Herrn mit der blassen Haut, der aus dem Sarg springt und zu einem minutenlangen Gitarren-Solo ansetzt!

Mit vollem Tempo geht es munter weiter, auch wenn der Anfang von „It´s Too Late“ von den Beatles hätte kommen können, dann aber schnell im üblichen Punkrock der guten alten 70iger landet… und achtet bloß auf die schicken Heimorgel-Sounds im Hintergrund, ein Meilenstein der elektronischen Klangkunst!

Wer Bock auf Rock`n´Roll hat sollte bei „Rat Boy“ gut dabei sein, gefolgt von der Speed-Punk Nummer „The Night Has Just Begun“… Abwechslung wird bei The Dahmers groß geschrieben, Stilwechsel im Drei-Minuten-Takt waren hier schon immer gerne gesehen.

Gerade drüber geschrieben folgt die 60iger Pop-Nummer „I Wake Up Dead“ – so lieblich und nett, wer da nicht tot aufwachen möchte ist selber schuld! Dann mit „To The Night” und “Beyond The Grave” wieder Rock`n´Roll… also ein wirkliches System verfolgen Rasmus, Karl-Oskar, Tobias und Christoffer bei der Zusammenstellung ihrer Songs scheinbar nicht!

Meine Fresse, „Cold Skin“ geht ordentlich unter die Haut und taucht alles in „Deep Red“… es geht wieder los, The Dahmers haben mich komplett in ihren Fängen und ich frage mich, warum ich nicht Teil ihrer letztjährigen Tour gewesen bin – da nämlich waren sie auch für einige Gigs in unserer Nähe.

Ob es nun der „Bloodsucker“ oder der „Nightcrawler“ sein soll, spätestens nach den letzten (erneut verstörenden) Tönen von „Dawn“ ist Schluss… jetzt kann ich mich auch erstmal wieder hinsetzen – nicht ohne vorher im Eisschrank nach der letzten Blutkonserve zu suchen!

Wer sich also – wie ich – gelegentlich wie in einem Horrorfilm fühlt und hierfür den entsprechenden Soundtrack sucht, der muss sich „In The Dead Of The Night“ besorgen… aber auch allen anderen, die auf schnellen Garagen-Rock und Sixties-Pop-Punk stehen sollten, darf und muss man das Album empfehlen!

 

Titel:
1. Dusk
2. Cut Me Down
3. It`s Too Late
4. Rat Boy
5. The Night Has Just Begun
6. I Wake Up Dead
7. To The Night
8. Beyond The Grave
9. Cold Skin
10. Deep Red
11. Bloodsucker
12. Nightcrawler
13. Dawn

FACEBOOK

The Dahmers – In The Dead Of Night (Lövely/Cargo, 24.03.2017)
4.5Gesamtwertung