Ich kann mich gar nicht mehr genau daran erinnern, wann ich das erste Mal etwas von The Busters gehört habe… aber das muss gut und gerne über fünfundzwanzig Jahre her sein.

Damals befand ich mich gerade in meiner derben Punk-Phase und jedes Wochenende wurde abgepoged was das Zeug hielt.

Irgendwann gegen Ende der 80iger spielten The Busters in meiner alten Heimat in Schwerte und ich war damals noch mehr als irritiert, dass so viele Skinheads zugegen waren – als junger unerfahrener Dorfpunk hatte ich die Differenzierung zwischen Sharp- & Oi-Skins und den unsympathischen Boneheads noch nicht wirklich auf dem Schirm.

An und für sich habe ich an dem Abend meine ersten Erfahrungen mit Ska-Musik gemacht (wenn wir jetzt mal diese kommerziellen Madness Geschichten weg lässt, die ja sehr nett aber nicht wirklich vergleichbar waren!) und ich war irgendwie direkt angefixt.

Lange Rede, wenig Sinn… nun ist es so weit, die Jungs feiern dieses Jahr ihr dreißigjähriges Bühnenjubiläum und hauen passend dazu ihre neue Scheibe „Straight Ahead“ raus – und nein, das Album ist keine Best Of oder irgendwie anders geartete Compilation, sondern sie enthält 17 brandneue Songs.

Nachdem es neulich einen Wechsel am Mikrofon und an der Gitarre gegeben hatte, war ich auf jeden Fall gespannt, ob sich das Ganze auch in den Songs wiederspiegeln würde. Aber hier kann ich direkt Entwarnung geben, denn die Neuzugänge fügen sich so wunderbar in das Gesamtkonzept ein, dass man gar nicht merkt hier jemand neues vor sich zu haben – genau so soll es doch sein… Wechsel die man nicht bemerkt sind ja wohl immer ein gutes Zeichen, oder?!

Was erwartet uns denn jetzt eigentlich auf „Straight Ahead“?

Also auf jeden Fall fehlt es nicht an Tempo, Frische und an ausgelassener Spielwut – eigentlich kaum zu glauben, dass die Herren ja schon dreißig Jahre Erfahrung, Schweiß und hartes Rock´n´Roll Leben hinter sich haben.

Hier sitzt jeder Ton, jedes Bläser Arrangement gehört hin wo es ist… hier haben alle hochgradig professionell ihre Hausaufgaben gemacht.

Egal ob man sich langsam vom Opener „Late Night Jamboree“ in Wallungen bringen lässt, oder dann bei „The Best of Times“ direkt das eingerostete Tanzbein schwingt… ab der ersten Minute liegt hier der Fokus auf Spaß, Party und wilde Tanzeinlagen – in der zweiten Nummer findet man übrigens einen direkt Bezug zu den alten Madness Helden (als hätte ich´s gewusst 😉 )

Recht modern und temporeich geht es mit „Ska is…“ weiter… ich kann mir nicht helfen, die Nummer erinnert mich im Refrain so wunderbar herrlich an John Feldmann und seine neue Goldfinger Scheibe!

Eher traditionell wird es dann mit „Hunky-Dory“… geile Mischung bisher Jungs, das muss man euch lassen – auch das darauf folgende „Chase Them“ kann sich sehen lassen.

Bei den geilen Nummern kriege ich echt Bock mal wieder auf ein Ska-Konzert zu gehen, ist eh viel zu lange her – gut das The Busters ja demnächst auf ausgedehnte Tour gehen!

Bei „Ain’t Gonna Do It Again” fühle ich mich zum ersten Mal auf “Straight Ahead” nicht ganz so zuhause, der Song ist mir irgendwie zu groovy, zu… ich weiß gar nicht genau was – schnell weiter im Text 😉

Denn danach geht`s direkt geil mit einem meiner Lieblingssongs des Albums weiter, denn auch „Love and Prayer Mania” ist wieder hervorragend Madness… was für die Jungs eher ein Kompliment ist – wer wird schon so oft mit dem Hochadel des Ska verglichen, gell?!

Das schöne ist, dass sich eine weitere geile Nummer an die nächste anschließt und es mir schwer fällt, hier nicht alle Songs lobend zu erwähnen – wobei, warum eigentlich nicht?! Das haben sich die Herren zum dreißigsten Dienstjubiläum ja auch verdient.

Somit möchte ich „Always and Evermore” auch gleich empfehlen… und „Bailamos“… oder „T.I.N.A. to Ska” und den Titelsong „Straight Ahead“ – ich feiere gerade jede Nummer auf der Scheibe amtlich ab!

So, nun ist Schluss… genug der Lobhudelei – „Wisdom Weed“ beendet dann gekonnt diese schicke Tanzveranstaltung!

Mich hatten die Jungs ja schon überzeugt, als ich von einem neuen Album hörte – und meine Erwartungen wurden alles andere als enttäuscht! Wer hier nicht zugreift ist selber schuld… oder hat einfach keine Ahnung von guter Ska-Musik!

 

Titel:
01. Late Night Jamboree
02. The Best of Times
03. Ska Is…
04. Hunky-Dory
05. Chase Them
06. See the Light
07. Ain’t Gonna Do It Again
08. Love and Prayer Mania
09. Rope-a-dope
10. Always and Evermore
11. The Devil Made Me Do It
12. Bailamos
13. Famine or Feast
14. T.I.N.A. to Ska
15. No.1 Fan
16. Straight Ahead
17. Wisdom Weed

 

Aber nicht nur ein neues Album ist am Start, sondern mit dem schicken Family-Scooter geht’s – wie bereits oben beschrieben – für The Busters ab Ende Dezember dann zu Elft auf große „Straight Ahead Tour 2017/2018“ – wer (wie ich) dabei sein möchte sollte hier die Termine checken:

27.12.2017 Frankfurt / Das Bett
28.12.2017 Bremen / Schlachthof
29.12.2017 Bielefeld / Forum
30.12.2017 Köln / LMH
05.01.2018 Karlsruhe / Substage
06.01.2018 München / Technikum
13.01.2018 Aschaffenburg /Colos Saal
19.01.2018 Marburg / KFZ
20.01.2018 Düsseldorf / Zakk
26.01.2018 Dresden / Scheune
27.01.2018 Wolfsburg / Hallenbad
02.02.2018 Heidelberg / Karlstorbahnhof
03.02.2018 Coesfeld / Fabrik
09.02.2018 Hannover / Faust
10.02.2018 Berlin / SO36
16.02.2018 Bochum / Bhf. Langendreer
17.02.2018 Hamburg / Fabrik
23.02.2018 Freiburg / Jazzhaus
24.02.2018 Tübingen / Sudhaus

The Busters – Straight Ahead (Ska Revolution/Indigo, 01.12.2017)
4.9Gesamtwertung