In den 90ern, zur besten Zeit des Pop-Punk, füllten entsprechende Bands komplette Stadien. Jetzt haben wir mittlerweile 2020 und wenige Label sind dem unbeschwerten und pubertierenden Bruder des Punkrock treu geblieben. Da braucht es einen fetten Mike und sein Label, um noch immer junge Bands von Album zu Album zu fördern. Und bei Bands wie The Bombpops lohnt sich das auch. Sehr sogar.

 

„Death in Venice Beach ist eine Liebeserklärung an Los Angeles. Aber an die dunkle Seite von Los Angeles.“

 

Während man musikalisch dem Vorgänger „Fear of Missing Out“ und damit dem Female Fronted Pop-Punk treu geblieben ist, versuchen die Bombpops hier einen Spagat und packen unter die sehr melodischen Punksongs, die so zuckersüß rüberkommen, relativ düstere Lyrics. Das kann funktionieren, muss aber nicht. Wirklich bewusst wird einer deutschen Kartoffel das erst bei den mitgelieferten Videos.

Aber auch die Lyrics führen am Ende trotzdem zu dem gewohnten Effekt, wenn mir jemand so ein Album vor die Füße legt. Und zwar bekomm ich weniger Bock mir die Arme zu ritzen durch die leichte Dunkelheit, sondern eher auf Bier in meiner Lieblingskneipe und die ganze Nacht Sing-a-Longs am örtlichen Tresen. Hier haben wir mit „Double Arrows Down“ und Co. nämlich einen eingängigen Hit nach dem anderen.

 

 

Wer also Bock auf eine gewohnt melodische Ohrwurmplatte aus dem Hause Fat Wreck hat, kann hier blind zugreifen. Wer allerdings schon immer mehr Black Flag als NOFX war, sollte hier erstmal reinhören. Enttäuscht wird man so oder so nicht.

 

 

1. Dearly Departed
2. Double Arrows Down
3. Zero Remorse
4. Notre Dame
5. Sad to Me
6. Can’t Come Clean
7. Blood Pact
8. In the Doghouse
9. 13 Stories Down
10. Radio Silence
11. House on Fire
12. Southbound Stranger

 

The Bombpops - Death in Venice Beach ( Fat Wreck Chords, 13.03.2020)
3.8Gesamtwertung