Na, sag mal, Ruhe kennt man im Hause von Mr. Copperfield ja nicht unbedingt! Es ist gerade mal ein gutes Vierteljahr her, dass er mit seiner letzten Soloveröffentlichung um die Ecke kam. Und da steht er dann schon wieder mit seiner nächsten CD „Talkin’ Shop“ auf der Matte.

Und die klingt etwas mutiger als seine letzten Veröffentlichungen, die sich doch stark am bodenständigen US-Rock orientierten. Und sie ist damit letztendlich auch spannender. Die Songs kratzen, dürfen auch mal etwas schräger klingen und man darf sich nicht wundern, wenn Hip-Hop-beinflusste Beats auf knarzende Bluesriffs treffen, sprechgesangartiger Vortrag auf hymnische Refrains. Und doch kommt auch nicht die warme Melodieseligkeit zu kurz, welche seit jeher Copperfields Songs auszeichnen.

Das melancholisch zurückhaltende „Caught In The Middle“ oder das traditionelle, etwas an Tom Petty angelehnte „Line Of Fire“ sind solche Exemplare. Wesentlich mehr aufhorchen lassen aber andere Tracks. Zum Beispiel das von einem schwer pochenden Drumgroove vorangetriebene „Suckers & Crooks“, welches mit seiner Coolness an Jon Spencer erinnert. Noch etwas kräftiger und abseitiger klingt der giftige Abschluss „The Commuter“.

Das knackige „Hammer Down“ führt das fort, wurde allerdings mit einer deftigen Mariachi-Note abgeschmeckt. „On Your Own“ scheint sich zuerst ebenfalls hier einzureihen, gefällt dann aber mit seiner hell gleitenden Melodie, die letztendlich einen wesentlich versöhnlicheren Ton anschlägt. Abgerundet wird „Talkin‘ Shop“ vom anfangs zurückgenommenen, aber äußerst auf Lässigkeit bedachten „Survive It“.

Letztendlich ist diese EP / dieses Album (schließlich dauert das Ganze nur knapp 27 Minuten) nichts weiter als die spannendste Veröffentlichung von T.G. Copperfield seit seinem Solodebüt vor knapp drei Jahren. Gerne weiter so!

 

Trackliste:
1. Suckers & Crooks
2. On Your Own
3. Hammer Down
4. Line Of Fire
5. Survive It
6. Caught In The Middle
7. The Commuter

 

T.G. Copperfield - Talkin’ Shop (Timezone Records, 15.11.2019)
4.0Gesamtwertung