Tesa aus Riga touren (bereits zum zweiten Mal) im August mit den mächtigen Neurosis durch Europa. Passend dazu veröffentlicht das Neurot Recordings nahestehende Hamburger Label My Proud Mountain „Ghost“, das vierte Album des Trios aus 2015, nun auch bei uns auf CD und Doppel-Vinyl.

So weit, so gut. Wenn man mit dem Oakland-Fünfer durch die Lande zieht, erwartet man sicher auch einen etwas ähnlichen Sound. Und fast ungooglebaren Tesa (gebt mal „Tesa Band“ ein…) gehen auch etwas in diese Richtung. Zumindest in Sachen Kompositionen. Die drei Herren spielen aber eher Postrock statt Metal. Rein instrumentalen Postrock, der durchaus immer wieder ziemlich ruppig und garstig ist. Es stampft, knirscht, quietscht, dröhnt und surrt auch immer wieder mal kräftig.

Die Musik ist düster und teils bedrückend. Es wimmelt hier von brummenden Riffs, aber auch weit ausgelegten Soundscapes. Der Rezensent fühlt sich an Bands wie Ufomammut oder auch Red Sparrowes erinnert. Das allerdings nur als vager Vergleich. Tesa fahren schon ihre eigene Schiene. Die einzelnen Stücke sind durchaus dynamisch aufgebaut. Allerdings geht ihnen immer wieder ein richtig mitreißendes Element hat. Den Lautstärkeregler nach rechts zu drehen, schafft in einem gewissen Maß aber Abhilfe.

Denn „Ghost“ will am liebsten laut genossen werden. Am besten in einem großen Raum und großer Resonanz. Dann wirkt das Ding auch, das allerdings kein ganz typisches Postrock-Album ist. Also doch Musik für die Livesituation? Mit Sicherheit!

Für zu Hause gibt es sicherlich spannendere Releases. Genrefans dürfen aber trotzdem guten Gewissens ein Ohr riskieren.

Tesa - Ghost

Trackliste:
1. G
2. H
3. O
4. S
5. T

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Tesa - Ghost (My Proud Mountain, 05.08.2016)
3.3Gesamtwertung