Puh, ganz schön schwerer Stoff, was die Truppe aus Aaron Turner (Isis), Brian Cook (Russian Circles) und Nick Yasyhyn (Baptists) hier bietet.

Das Trio hat sich als übergreifendes Thema für ihr zweites Album „Love In Shadows“ die dunklen Seite der Liebe vorgenommen. Verdammt, ich hoffe so höllische, raue Gefühle nie selbst erleben zu müssen. Denn die vier überlangen Stücke (zwischen 12 und 21 Minuten) klingen wie die reinste Tortur – abweisend, düster, unheimlich, garstig, chaotisch, überhaupt wie ein tiefer Höllenschlund.

Bereits das Debüt vor zwei Jahren war alles andere als leichte Kost. Hier legen Sumac noch eine Schippe drauf. Nach wie vor spielt man eine derbe Mischung aus einer Art doomigem Hardcore, Noise und Postmetal. Dabei ist der Sound nicht derart metallisch dröhnend wie Turners Ex-Band, was aber nicht bedeuten soll, dass Sumac weniger brachial klingen. Ganz im Gegenteil. Die Musik der Band ist ein dunkler Orkan aus massiven Rhythmen, kratzenden Gitarrenklängen und grollendem, fast Death-Metal-artigem Gesang.

Soweit so gut. Unbarmherzigen Sound können Sumac. Aber das ist nicht alles. Was verdammt schwer im Magen liegt, ist das konfus wirkende Songwriting. Hier werden wie durch Zufall verschiedene, nicht für sich selbst stehende Parts aneinander geklatscht, die wohl Komplexität vortäuschen sollen, aber beim Hörer nur Fragezeichen zurücklassen. Wenn Choas das hinter „Love In Shadow“ liegende Prinzip sein sollte, dann muss man die Platte als gelungen bezeichnen. Aber freiwillig konsumieren möchte man das nicht.

Vielleicht bin ich auch nur überfordert damit. Aber ich lege dann doch lieber Neurosis oder eben Isis für die Katharsis zwischendurch auf. Das ist für das seelische Gleichgewicht wesentlich einträglicher…

 

Trackliste:
1. The Task
2. Attis‘ Blade
3. Arcing Silver
4. Ecstasy Of Unbecoming

 

 

Photo Credit:  Faith Coloccia

Sumac - Love In Shadow (Thrill Jockey Records, 21.09.2018)
2.5Gesamtwertung