Schweizer Stahl verbinde ich ja eher oldschoolig mit CELTIC FROST aber nein – auch STEELMADE kommen aus dem Käse-Toblerone-Uhren-Messer-Land.

Mal hören was STEELMADE auf der Pfanne haben, als erstes allerdings schreckt mich das unfassbar schreckliche Cover fast ab die CD einzulegen. Aber man soll ja nicht von der Verpackung auf die Musik schliessen. Aber ein Boklet ist auch nicht im Digipack dabei…naja.

Rockig gehts mit „even gods have enemies“ los. Überraschend klare gute Produktion. Sauber gespielt und sehr tighte Rhythmusarbeit.  „Stay“ fetzt auch gleich mit nem netten Riff los, geht dann in Radio-Ami-Rock/Metal über. Sänger Jack versucht auch auf Teufel komm raus cool zu klingen, wirkt aber etwas aufgesetzt . Eine dämliche Sonnenbrille auf dem Bandfoto ist auch uncool Kollege.

Steelmade_loveoralie_Cover

So geht es durch alle Songs – irgendwie nett und rockig – aber etwas Zahnlos und ohne Überraschungen. Tiefpunkt ist allerdings die Balldade „without“ und der Trällerschrott „sweet lady“- hört sich an wie eine Rentnerband auf dem Traumschiff und Sascha Hehn klatscht im Takt – fürchterlich. Der Rest ist (Hard-) Rockig bis balladesk oder halt radiotauglicher modern-metal mit Grunge-Schlagseite. Der Titeltrack ist noch am ehesten Hitverdächtig und hat auch mehr kompositatorisches Potential.

Unterm Strich: Viel gewollt – wenig erreicht. Gut produzierter Einheitsbrei ohne wirklich zu überzeugen. Durchschnittlicher Gesang mit guter Rhythmusfraktion. Es feht einfach das eigene Gesicht. Man spürt irgendwie das die Band und ein Produzententeam es jetzt wissen will und alles reinpackt was kommerziell erfolgreich sein könnte. Experiment STEELMADE vorerst gescheitert.

steelmade

 

Steelmade - Love or a lie ( Timezone, 20.05.2016)
2.5Gesamtwertung