Die Zeiten werden härter, die Sitten rauer und ich glaube die Jungs von Staatspunkrott hätten sich zu Beginn ihrer Band-Karriere auch nicht träumen lassen, dass sie sich vierzehn Jahre später musikalisch mit solchen Deppen wie den PEGIDA- und AfD-Anhängern rumprügeln müssen!

Aber erstens kommt es meistens anders und zweitens war früher eh alles besser… oder wie auch immer!

Denn früher war für die fünf Würzburger die Zeit vor dem Start ihrer Punkrock und Melodycore Trilogie, welche 2011 mit dem „Phoenix Effekt“ ihren Anfang und über Nordost aus 2015 jetzt mit „Choral vom Ende“ ihren fulminanten Abschluss finden wird!

Erneut begaben sie sich in die erfahrenen Hände von Olman Viper, der bereits mit Jupiter Jones, Montreal, ZSK oder Caliban zusammengearbeitet hat, für die Gesangsspuren ging es dann wieder mit Sascha Höhn in die Leipziger Jadeturm Studios.

So, dann nehmen wir uns doch direkt mal das gute Stück vor… und schauen – wie der Opener es schon sagt – in „Richtung Horizont“! Hier geben uns Jänz, Peter, Oliver, Seimän und Ygor einen Einblick in das Leben eines erfolgreichen Musikers, ob es nun die unzähligen Live-Gigs oder das Leben auf Tour ist… auch dazu darf man sich gut und gerne mal gewohnt punkig, aber dennoch inhaltlich entspannt äußern.

Die „Monokel für zwei Augen“ zeigen einem dann durch die Brille – und die ist nicht rosa-rot, ganz im Gegenteil – wie es um unseren Planeten und die Umwelt gestellt ist… also lange hält das Ganz nicht mehr, wir sollten uns schnell nach Alternativen umschauen!

Der „Umrissmensch“ sucht seine Heimat… wie leider so viele gestrandete Seelen der heutigen Zeit. Und nicht genug von dieser Misere, spätestens nach der Mitsing-Hymne „Choral vom Ende“ kommen wir bei „Herz in Hand“ dann zu den anfangs benannten Idioten und ewig gestrigen Voll-Spacken, die uns allen aktuell das Leben zur Hölle machen!

Da die Jungs sich aber auch vor der ganzen allgemeinen Ausbeutung nicht schrecken lassen geben sie uns mit #Apologet“ einen Anstoß, den Arsch hoch zu kriegen und im kleinen Kreis – oder darüber hinaus – zu rebellieren… oder gnadenlos abzuschmieren!

Ob man nun den Abschied als „Hardest Goodbye“ bezeichnet und „Der letzte Salut“ den Weg ebnet, spätestens beim „Socius“ findet man seinen Begleiter… die Nummer ist ein durchaus würdiger Abschluss-Song – gut gemacht!

Um nochmal kurz auf die Trilogie-Nummer zurück zu kommen… nicht von ungefähr wurden die Cover der letzten drei Alben von Matthias Bäuerle von Season Zero designt. Hier passt und gehört irgendwie alles zusammen – bevor ich´s vergesse, sehr gute Arbeit!

Die Jungs von Staatspunkrott haben hier wieder amtlich abgeliefert und ihre siebtes Studioalbum ist auch gleichzeitig das düsterste und ernsteste der Bandgeschichte… vielleicht ist es ja auch der „Choral zum Ende“!?

Ich sage es mal so, diese Scheibe sollte in keinem gut sortierten Punkrock-Haushalt fehlen und findet neben den Donots, Massendefekt und der Alex Mofa Gang bestimmt noch einen Platz im CD-Regal!

Die neue Scheibe erscheint als Vinyl+CD, als Special Edition CD Digipack und in einer Digital-Ausführung.

 

Titel:
1. Richtung Horizont
2. Monokel für zwei Augen
3. Eis//Meer
4. Umrissmensch
5. K-Moll
6. Choral vom Ende
7. Herz in Hand
8. #Apologet
9. Vom Glück
10. Hardest Goodbye
11. Der letzte Salut (Nordost, Pt. II)
12. Socius

 

Auf Tour könnt ihr euch Staatspunkrott ab Anfang März hier anschauen:

04.03.17 Würzburg – Labyrinth (Releaseparty)
10.03.17 Stuttgart – Zwölfzehn
11.03.17 Dresden – Konk Klub
17.03.17 Oberhausen – Druckluft
18.03.17 Köln – Underground
31.03.17 Berlin – Badehaus
07.04.17 Hamburg – Hafenklang
08.04.17 Leipzig – Moritzbastei

BANDPAGE

Staatspunkrott – Choral vom Ende (People Like You Records/Sony Music, 03.03.2017)
4.5Gesamtwertung