Kein Ahnung wo mir die Spiritual Beggars das erste Mal begegnet sind. Wahrscheinlich war es auf einer CD-Beilage des Rock Hard. Auf jeden Fall, packten mich die Schweden mit ihrem Sound sofort beim Gemächt. Nachdem ich die ersten Töne von ihnen gehört hatte, musste auf jeden Fall das damals aktuelle Album (es war das Jahr 2000) „Ad Astra“ her.

Gegründet wurden die Spiritual Beggars von Gitarrist Michael Amott, der damals noch beim Metal-Massaker Carcass spielte (später kamen Arch Enemy mit dazu). Mit der Band wollte er seine rockige Seite ausleben und die ersten Alben passten recht gut in die damals aufkeimende Stoner-Rock-Szene. Sound und Artworks waren schon fast etwas stilprägend. Doch die eigentlichen Wurzeln lagen eindeutig im Classic Rock und damit bei Bands wie Deep Purple und Rainbow.

Spätestens mit eben jenem „Ad Astra“ lebte man das voll aus. Als vierter Mann neben Amott, Sänger/Bassist Spice und Schlagzeuger Ludwig Witt stieß damals der spätere Opeth-Keyboarder Per Widberg hinzu. Dieser verlieh der Musik mit seinen vielfältigen, analogen Tastensounds ein ganzes Stück mehr an Saftig- und Vielfältigkeit. Was aber nicht heißt, dass der Sound der Schweden verweichlicht wurde. Nein, „Ad Astra“ strotzt geradezu vor geballter Riffpower. Mehr Rock geht eigentlich nicht.

Spiritual Beggars - band

Insgesamt nahmen die Spiritual Beggars damit wieder einen Trend voraus. Kernige Kerle, etwas Hippie-Flair, fast metallische Urgewalt und jede Menge Oldschool-Sound: willkommen bei dem, was Jahre später den Musikfreund wahlweise als Retro-Rock-Welle erfreuen oder zum Erbrechen bringen sollte. Aber egal, damals war das äußerst frisch und mehr als nur gut hörbar. Und es ist es auch nach vor.

„Left Brain Ambassadors“, „Wonderful World“, „Escpaing The Fools“, „Blessed“ und der Hit „Angel of Betrayal“ – alles auf den Punkt gespielte Songs mit lässigen Hooks und einer unter Dampf stehenden Band. Nur selten findet man noch psychedelische Elemente oder verspielte Songs. Und wenn, dann sind sie richtig gut. „Until The Morning“ und „Mantra“ sind solche Exemplare, die etwas Atmosphäre ins Spiel bringen.

Ansonsten wird ausnahmslos der Hammer geschwungen. Echte Ausfälle oder so richtige Stinker gibt es keine. Nur ein paar Nummern die etwas zu gewöhnlich klingen. Aber das ist verschmerzbar. Insgesamt bekommt man eine Stunde Vollgas-Rock der guten Sorte, der auch noch super produziert wurde. Schade ist, dass der markante Sänger und Bassist Spice nach diesem Album das Weite suchte. Doch JB Christoffersson (damals und heute Frontmann von Grand Magus) war kein schlechter Nachfolger und das nächste Album „On Fire“ fast genauso gut. Doch ganz daran anknüpfen an das Flair von damals konnte man bis heute leider nicht mehr.

Aber auch nicht so schlimm: „Ad Astra“ nimmt uns ja keiner!

Spiritual Beggars - Ad Astra

Trackliste:
1. Left Brain Ambassadors
2. Wonderful World
3. Sedated
4. Angel Of Betrayal
5. Blessed
6. Per Aspera Ad Astra
7. Save Your Soul
8. Until The Morning
9. Escaping The Fools
10. On Dark Rivers
11. The Goddess
12. Mantra
13. Let The Magic Talk (Bonus Track)