Münster kenne ich normalerweise als entspannte Studentenstadt mit vielen Fahrrädern, Partys und feucht-fröhlichen Grillfesten am Aasee!

Ich denke, würde ich aktuell mit Jan, Christopher, Jonas und Simon sprechen, so wäre ihnen die aufgeregte Partylaune bestimmt ins Gesicht geschrieben… denn spätestens am Freitag fliegen die Korken, tobt der Mob, rauscht die Linde – dann nämlich erscheint das neue Spin My Fate Album „Tides“ via BigVish Records.

In dreizehn Songs bringen uns die Vier eine deftige Ladung Rock mit und lassen keinen Zweifel daran, dass sie mit offenen Augen und Ohren durch die Welt gehen – Sänger Jan hat nämlich einiges zu sagen… kritisch und schonungslos wird hier abgerechnet, da darf man nicht zimperlich sein!

Sollte man eh nicht, denn die harten Gitarren und der wabbernde Bass erzeugen kontinuierlich Druck und auch das Drum-Set kann sich über mangelnde Arbeit nicht beschweren… schon der Opener „The Tides“ haut einem locker und frisch die Riffs um die Ohren und macht Bock auf mehr!

This Ends Now“ klingt so, als hätten sich Linkin Park (als sie noch keinen Pop gemacht haben 😉 ) – Korn und Sepultura im Proberaum getroffen… ohne Shit, die Nummer gehört in die Alternative Radio-Sender – für mich das beste Stück auf dem Album!

Aber auch die folgenden Nummern „Fix Me“ oder „Dying Day“ gehen direkt durch und lassen mich erstaunt verharren… solch einwandfrei abgestimmte Arrangements und solch deftige Sounds habe ich in dieser Form aus unserer Republik schon lange nicht mehr gehört!

Der nächste Song growlt einem stellenweise deftig den Hass um die Ohren, aber auch – oder gerade – die cleanen Gesangsparts sind hier eindringlich und bleiben hängen… mein zweites Lieblingslied hat hier scheinbar gerade mit „Devils Advocate“ seinen Namen gefunden!

Bei dem Album scheint der Name Programm zu sein, denn so sehr die Flut derber Sounds angeschwemmt kommt, so sehr zieht sich das Quartett gesanglich stellenweise zurück und lässt mich, wie bei „Afterglow“ einfach treiben… bevor ich dann mit „Lullaby“ oder „No Solutions“ direkt wieder weggeschwemmt werde.

Zum Schluss schieben sie dann noch die sanfte Rocknummer „What Is The Matter“ und „Self Confidence“ hinterher, welche das Album perfekt abrundet – letzteren Song dürfte sich radiomäßig ebenfalls hervorragend machen… über Abwechslung kann man sich über die Länge des neuen Longplayers nicht beklagen!

Unter der Regie des bekannten Studioengineers Dennis Koehne (u.a. Black Vulpine, Caliban oder Sodom) haben die Münsteraner ein fettes Brett produziert. Außerdem ist den Jungs von Spin My Fate mit „Tides“ ein gutes und sehr persönliches Album gelungen, welches man durchaus zwei- bis dreimal hintereinander anhören kann… denn dann zündet die Scheibe erst richtig und bietet einem endgültig die volle Portion Alternative-Metal-Rock, die bereits in den Beschreibungen des Albums erwähnt wurde – Daumen hoch!

 

Titel:
1. The Tides
2. This Ends Now
3. Fix Me
4. Dying Day
5. Devils Advocate
6. Afterglow
7. Slipping Away
8. Lullaby
9. No Solutions
10. Swim
11. Jump Song
12. What Is The Matter
13. Self Confidence

 

Nachdem sie mittlerweile weit mehr als 250 Konzerte mit Bands wie den Emil Bulls, Itchy (Poopzkid) oder auch 4Lyn gespielt haben sollten man schon gespannt sein, wie sich die neuen Stücke live anhören… hier nun die bereits feststehenden Tourdaten:

19.05.17 Münster, Jovel (Release-Show)
10.06.17 Ahaus, Kaminski Rock
10.06.17 Billerbeck, Rock die Perle
17.06.17 Papenburg, Rock im Moor
01.07.17 Schwerte, Rattenloch
21.07.17 Oer Erkenschwick, Sun Sucks Brain Out Festival
05.08.17 Porta Westfalica – Veltheim, Festivalkult Umsonst & Draussen
31.08.17 Berlin, Sageclub
15.09.17 Köln, MTC
16.09.17 Darfeld, Rock am Gleis
22.09.17 Münster, Rare Guitar
11.11.17 Schüttorf, Komplex
30.11.17 Berlin, Dunkerclub

BANDPAGE

Spin My Fate – Tides (BigVish Records, 19.05.2017)
4.5Gesamtwertung