Da wird aber mal wieder mit ein paar alt eingesessenen Szenenamen rumgeworfen… Sänger und Gitarrist Doyle Bright sang vor über ‘nem Vierteljahrhundert das zweite Album von Rigor Mortis ein und war vor einem Jahrzehnt für eine Zeitlang auch mal Mitglied von Hallow’s Eve in ihrer eher semitollen Reunionphase. Wenn man den Herren also nicht kennt ist das also auch kein Beinbruch.

Für Special Ops Group (oder kurz SOG) hat Bright ein paar neue Musiker um sich geschart und bewegt sich gar nicht so weit weg von seinen bisherigen „Arbeitgebern“. Räudiger Thrash Metal steht auf dem Programm. Äußerst biestig, rau und aggressiv. Hinzu kommt ein bisschen punkiges Flair und schon hat man den richtigen Sound für eine Portion Moshpit-Action.

Aber „God Complex“, das zweite Album der Truppe, klingt erstmal ziemlich komisch. Wahlweise wie eine furchtbar altmodische Demo-Produktion oder wie eine alte leiernde Kassette. Mehr matschiges weißes Rauschen in dem alle Instrumente – inklusive Gesang – verschwimmen, als ein mitreißender Sound. Man muss seine Ohren erst einmal neu justieren und man fragt sich, wie man heute so etwas veröffentlichen kann.

Das ist schade denn an sich ist das Ganze gar nicht mal so verkehrt mit seinem biestig-animalischen Flair. Der maschinelle Schlagzeugsound (oder ist es nicht tatsächlich doch ein Drum-Computer?!) und das oftmals repetitive Gitarrengeriffe erinnern an Ministry. Dazu passt auch der oftmals verfremdete und verzerrte Vokalvortrag. Straighte Nummern wie „Psychometric“ oder das rockige „The Killing Jar“ sind unterhaltsam. Aber am Ende leidet das Album zusätzlich unter einer gewissen Eintönigkeit, so dass die knapp 42 Minuten Spielzeit auch ganz schon lang werden können. Melodische Einsprengsel, wie bei der Abschlussnummer „The Endings Of Everything“, die etwas für Abwechslung sorgen, sind leider viel zu selten.

Das macht „God Complex“ mal wieder zu einem ziemlichen Liebhaberding.

Trackliste:
1. Angel Maker
2. Dead & Naked
3. The Killing Jar
4. Something Awful Happened
5. God Complex
6. Psychometric
7. Priests with Torches
8. The Endings of Everything

Special Ops Group (SOG) - God Complex (Violent Creek, 10.03.2017)
2.5Gesamtwertung