Sorry For Laughing – See It Alone (Klanggalerie, 06.06.2021)

Es gibt so Bandprojekte mit skurriler, besser spannender, Geschichte. Sorry For Laughing wurde ursprünglich von Gordon H. Whitlow ins Leben gerufen und veröffentlichte sein Debüt und sein bisher einziges selbstbetiteltes Album 1986 und dies auch nur auf einer selbstverlegten Kassette. Für die Widergeburt des Projektes schuf Gordon H. Whitlow eine kleine Supergroup der experimentellen Alternative Szene: Edward Ka-Spel und Patrick Q. Wright (Legendary Pink Dots, Tear Garden) sowie Martyn Bates (Eyeless in Gaza) sind nur die bekanntesten. Mit diesen zusammen wurde das Album „See It Alone“ komponiert und produziert, das eine Mischung aus experimentalem Wave, Jazzanklängen, ein wenig Neofolk und vielem mehr ist.

Die Grundstimmung des Albums ist dunkel und melancholisch, immer wieder trifft man auf die von den Pink Dots und Ka-Spel bekannten naiven Melodien – sei es aus dem Keyboard oder der Gitarre. Dazu gibt es dunkle Ambientsounds, viele kleine Soundspielereien, Gewittersounds, dunkle Orgelklänge und die sehnsüchtigen und immer süchtig machenden Klänge von Patrick Q. Wrights Violine.

Natürlich wird diese Scheibe von den Klangvisionen des Edward Ka-Spels dominiert, jedoch finden die traumhaft schönen Melodien hier eine sehr akustische Umsetzung und sind viel ambienter und näher am Neo-Folk als seine eigenen Projekte. Auch das Wechselspiel mit Martyn Bates am Gesang trägt viel zum Gelingen dieser außergewöhnlichen Scheibe bei.

Es ist einfach erstaunlich, wie viel Qualität der Musikerzyklus aus den Kreisen der Pink Dots immer wieder abliefert, obwohl sie scheinbar Musik am Fließband produzieren.

„See it alone“ ist eine großartige Mischung aus Neo-Folk, Ambient, Elektronik und Wave, die von der ersten bis zur letzten Note begeistert. Auch hier gilt: hier steckt auch viel Experimentelles und Schräges drin, und trotzdem wurde ein bündiges Album mit zwölf durchweg eingängigen Stücken mit Suchtfaktor geschaffen. Und auch bei diesem Werk bleibt mir nur die Höchstwertung und meine Hochachtung davor, wie die am Album beteiligten Musiker stoisch ihr Ding durchziehen und eine Perle nach der anderen abliefern. Wer von diesem Album eingesogen wird, wird darin ertrinken – und dies in melancholischer Freude.

 

Trackliste:
1. Seen By Candlelight
2. A Howl In The Park
3. Fountain Of Snow
4. Obsolesce
5. The Necessity Of Good Timing
6. Conjoined
7. Seven Stormy Oceans
8. Agone
9. Anti-Hymn
10. Fate Stars
11. Struck Blind
12. Enter The Gates

Review von Gastautor WOLFGANG KABSCH
5