Sodom
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Sodom – Persecution Mania (Steamhammer, 01.12.1987)

Heute ist wieder Handwritten-Classic-Tag. Natürlich fiel mir die Auswahl einer passenden Scheibe sehr schwer. Da aber schon die beiden letzten Scheiben in ein deutliches Schema fielen, dachte ich mir, hau man bloß weiter in die Kerbe, das passt. So kommt die Band für den heutigen Klassiker natürlich wieder aus “good old Germany” und die dazu gehörige Scheibe aus den 80er Jahren.

Mit ihrem kompromisslosen Sound setzten Sodom neue Maßstäbe in Sachen Härte und Geschwindigkeit. Viele aktuelle Bands aus den Bereichen Black, Death und Thrash Metal nahmen sich Sodom zum Vorbild für ihren Sound. So wird das zweite Album der Band als Sprungbrett zu ihrem internationalen Erfolg angesehen und ist zudem die Geburtsstunde des Bandmaskottchens „Knarrenheinz“, der seitdem die Plattencover der Band ziert.

Mit hammerharten Songs wie „Nuclear Winter“, „Electrocution“ und „Enchanted Land“ bietet die erste Seite der Scheibe schon ein gewaltiges Brett an Extreme Metal. Es fällt schwer den Stil der  Scheibe einzuordnen. Definitiv hört man anklänge von Slayer und Metallica heraus. Ob das nun gewollt ist oder durch den Konsum von Musik dieser Bands herrührt, ist nicht nachvollziehbar. Ganz klar ist allerdings, dass Sodom Motörhead-Fans sind. So findet sich auch eine Coverversion von „Iron Fist“ auf der Scheibe. Als prägendstes Vorbild der Band sind aber Venom anzusehen.

Seite zwei beginnt mit dem ca. zweiminütigen Instrumental „Procession to Golgotha“ und geht nahtlos in den Song „Christ Passion“ über.  Der mehr als sechs Minuten laufende Song ist der längste der ganzen Scheibe und auch der abwechslungsreichste. Mit starkem Motörhead-Einschlag beginnt „Conjuration“. Das Gefühl hier wieder einen Coversong zu hören verschwindet aber nach den ersten Vocals. Mit viel Hall auf der Stimme und sehr guttural, erinnern die Vocals eher an einen Black-Metal-Song. Hier ist der Einfluss von Venom unverkennbar.

Den Abschluss bildet ein Song der auf Grund seines Solos für Kontroversen gesorgt hat. So ist dort die deutsche Nationalhymne zu hören. Diese völlig wertfrei gedachte Spielerei, die nur sagen sollte: „Hallo, wir aus Deutschland können auch harten Metal!“, führte zu Diskussionen über rechte Tendenzen von Sodom. Dass ihre Songs hauptsächlich von Krieg und Tod handeln machte die Sache nicht einfacher. Angeblich wurde als Reaktion darauf live die Europahymne gespielt, wofür ich leider keine Bild- oder Tondokumente finden konnte. Mitschnitte von aktuelleren Auftritten zeigen statt des letzten Solos ein sehr wildes, musikalisches Durcheinander das mit Bühneneffekten gespickt ist.

Heute bilden Sodom zusammen mit Kreator und Destruction die Speerspitze des Deutschen Thrash Metals. Wer sich mit der Geschichte des Thrash Metal in Deutschland auseinander setzten möchte kommt an diesen Bands definitiv nicht vorbei.

 

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Tracklist:

  1. Nuclear Winter
  2. Electrocution
  3. Iron Fist
  4. Persecution Mania
  5. Enchanted Land
  6. Procession To Golgatha (Instrumental)
  7. Christ Passion
  8. Conjuration
  9. Bombenhagel

 

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