Die Corona-Krise bringt mit der Zeit immer mehr besondere Veröffentlichungen mit sich. „The Fireside Sessions“ von Snow Patrol ist so eine. Nicht unbedingt aufgrund des musikalischen Inhalts, sondern vor allem wegen ihrer Entstehung.

Und zwar haben die Briten im Lockdown nicht zu Hause im stillen Kämmerlein alleine agiert. Nein, die zu hörenden Songs wurden zusammen mit ihren Fans geschrieben. Über elf Wochen rief Frontmann Gary Lightbody jeden Samstag dazu auf, mit ihm in Instagram-Livesessions Lieder zu schreiben. Seine eigenen Ideen ergänzte er mit Vorschlägen der Leute vor den Screens. Ein paar Akkorde hier, ein paar Textzeilen da. Am Ende entstanden so zwölf Songs.

Fünf Stück davon gibt es nun auf der EP zu hören. Und da die Band es als echtes Gemeinschaftsprojekt ansieht, nennt sich der Interpret auch Snow Patrol and The Staturday Songwriters. Alle erwirtschafteten Einnahmen davon gehen an die Trussell Trist Charity, eine Wohltätigkeitsorganisation zur Bekämpfung von Armut.

Der Entstehung gemäß bleiben der große Bombast oder große Studiotricks außen vor. Selten klangen Snow Patrol so basisch und natürlich. Fast schon zurückhaltend. Auch mal schön. Der reduzierte Ansatz tut der Sache gut. Im Kern bleiben Snow Patrol auch mit der Unterstützung ihrer Anhänger Snow Patrol und man erkennt die Handschrift der Band durchaus. Man höre nur das im Midtempo gleitende, im Refrain aufblühende „On The Edge Of All This“ oder die Eröffnung „Reaching Out To You“. In Sachen Tempo und Flair geht es eher zurückhaltend zu. Mit „Light Years“ wird es angenehm atmosphärisch.

An sich eine nette Angelegenheit – auch ohne großes Hit-Potenzial. Besonders für Fans der Band, die sich damit fast ein wenig selbst beschenkt haben.

 

Trackliste:
1. Reaching Out To You
2. On The Edge Of All This
3. The Curve Of Earth
4. Dance With Me
5. Light Years

 

 

Photo-Credit: Universal Music

 

Snow Patrol and The Saturday Songwriters - The Fireside Sessions (Universal Music, 21.08.2020)
3.7Gesamtwertung