Die „Eierlegenden Wollmilchsäue“ und das gute Gewissen einer schlechten Gesellschaft ist wieder da und hat ein neues Album im Gepäck. Und weil Smile and Burn zur deutschen Punkszene gehören wie Uncle M nach Münster, haben sie sich eben auch endlich so richtig gefunden. Der Onkel und die Band.

Nach unfassbar vielen Konzerten und dem mittlerweile vierten Album haben sich die Herren aus Berlin auch in das letzte Punkherz gespielt. Quasi als Dankeschön dafür kommt mit „Get Better Get Worse“ ein Album, das ich mir von dieser Band auch genau so gewünscht hätte.

Der Opener „Not Happy“ gibt ziemlich gut die Richtung vor und zeigt was uns auf dem Album erwartet. Punkrock mit Herz und Arschtritt. Nicht immer mit dem Fuß auf dem Gaspedal, nicht immer geradeaus, aber immer mit den nötigen Ecken und Kanten ohne Langweilig zu werden.

Die erste Single „Good Enough“ hat neben der großartigen Melodie auch die Portion Hymne mit an Board, die den Song zu etwas Großem macht, dabei aber nicht auf den Sack geht und nicht zu sehr in Richtung Stadionrock abdriftet. Ich sehe quasi schon die gemeinsame Tour mit den „Deadnotes“ und gemeinsames Singen beider Bands vor mir. Passt wie Arsch auf Eimer.

Mit Punkrock und Deutschland ist das ja manchmal eine schwierige Beziehung. Man streitet sich, verträgt sich, hat Versöhnungssex in Form von legendären Shows und zwischendurch hat man das Gefühl von Auseinanderleben. Aber es sind diese Momente wie „Get Better Get Worse“, die mich dann doch wieder an die große Liebe glauben lassen. Kein aufgesetzter Szenequatsch und keine konstruierten Punkhintergründe, die man halt so haben sollte. Smile and Burn haben mit Knallern wie „Lie to me“, „One Step Forward“ und „Home“ schon jetzt ein dickes Ausrufezeichen in der deutschen Punklandschaft 2017 gesetzt und beweisen einmal mehr, dass sie wichtig sind. Wichtig für mich. Wichtig für Punkrock und wichtig für jeden einzelnen Nietengürtelträger, der im Teeniealter oder wie in meinem Fall schon leicht ergraut zu Punkshows geht. Danke, ihr geilen Hühner!

Kaufpflicht, sonst Brennesselarm! (wäre ich 10 Jahre jünger, würde hier jetzt ein Herzdingens stehen!)

 

 

  1. Not Happy
  2. Bye Bye Perfect
  3. Good Enough
  4. Lie To Me
  5. Running on Edges
  6. One Step Forward
  7. All Be Ok
  8. Home
  9. Nowhere Near You
  10. Suitcase

 

SMILE AND BURN – live 2017
mit: The Deadnotes
Die Tour wird präsentiert von Viva Con Agua, Pfand gehört daneben, Fuze Magazine, Melodie & Rhythmus, Vevo & GetAddicted.org.
10.03. DE – Leipzig – Conne Island
11.03. DE – Jena – Kassablanca
13.03. DE – München – Sunny Red
14.03. DE – Nürnberg – Stereo
15.03. AT – Wien – B72
16.03. AT – Innsbruck – Weekender*
17.03. CH – Rorschach – Treppenhaus
18.03. DE – Stuttgart – Zwölfzehn
20.03. DE – Frankfurt – Nachtleben
21.03. DE – Köln – Underground
22.03. DE – Dortmund – FZW
23.03. DE – Hamburg – Hafenklang
24.03. DE – Hannover – LUX
25.03. DE – Bremen – Tower
26.03. DE – Bielefeld – Nr. z.P.
31.03. DE – Berlin – Musik und Frieden
09.-13.08. DE – Eschwege – Open Flair Festival*
*ohne The Deadnotes

 

Smile and Burn - Get Better Get Worse (Uncle M Music, 03.02.2017)
4.5Gesamtwertung