Im vergangenem November habe ich Shane von Silverstein zum Interview getroffen und ihm gesagt dass sie richtige Workaholics sind, da sie in 16 Jahren Bandgeschichte ganze acht Studioalben veröffentlicht haben. Im siebzehnten Jahr kommt jetzt mit Dead Reflection das neunte Album der Postcore-Schwergewichte aus Ontario in Kanada. Zum Zeitpunkt des Interviews hatten sie bis auf die Single Ghost, nach Shanes Aussage, weder eine weitere Note, noch eine Idee wie das Album klingen soll, geschweige denn einen Termin für die Veröffentlichung. Nun, knappe sieben Monate später, steht das komplette Album und ist am vergangenen Freitag, den 14.07.2017, bei Rise Records erschienen.

Silverstein hatte nie diesen einen großen Hit. Sie hatten nie eine goldene Schallplatte und hatten auch nie einen Radiosong. Sie flogen immer unter dem Radar aber haben sich in ihren 17 Jahren als Band einen festen Platz in der Szene und eine loyale Fanbase erspielt. Sie gehören mittlerweile zum alten Eisen und bekommen die wohlverdiente Anerkennung und haben Einfluß auf eine ganze Generation junger Bands der härteren Gangart. Selbst sehen sie sich nicht als dieses große Vorbild in der Szene, mehr als ein Teil davon. Mit Dead Reflection beweisen die fünf Jungs aus Kanada aber, dass sie mit den jungen Hüpfern und ihrem jungendlichem Feuer nicht nur mithalten können, sondern ihnen auch noch zeigen wo der Hammer hängt und klingen dabei überraschend frisch. Silverstein demonstrieren warum sie anders als viele andere Bands in dieser schnelllebigen Szene immer noch dazugehören.

Wie bereits am Anfang erwähnt kam im vergangen Jahr die Single Ghost raus, ohne überhaupt ein Anzeichen für ein neues Album. Das hat viele Fans überrascht, aber gleichzeitig auch gefreut, zwischendurch einen kleinen Leckerbissen zu bekommen. Mit dem Album machen sie genau da weiter, wo sie mit der Single schon angefangen haben. Eine wunderbare Mischung aus melodischem Klaregesang und wütenden Shoutings, scharfkantige Riffs, dynamische Songwendungen und eingängige Refrains. Mit Secret’s Safe ist auch ein Song für Balladenliebhaber dabei.

Alles in allem ist Dead Reflection ein echt starkes Album. Anders als bei vielen anderen Bands, wo nach dem zweiten oder dritten Album nichts anständiges mehr kam, haben Silverstein das Talent auch nach so vielen Jahren anständig abzuliefern und sich nicht zu wiederholen, auf der Stelle zu treten oder mit irgendwelchen Experimenten ihre Fans zu verstimmen. Sie bleiben sich treu ohne dabei zu langweilen.

Tracklist
1. Last Looks
2. Retrograde
3. Lost Positives
4. Ghost
5. Aquamarine
6. Mirror Box
7. Demons
8. The Afterglow
9. Cut and Run
10. Secret’s Safe
11. Whiplash
12. Wake Up

SILVERSTEIN – live 2017 – „For The Fans Tour“
29.09. DE – Köln – Gebäude 9
30.09. DE – Münster – Gleis 22
01.10. DE – Bremen – Tower
02.10. DE – Hamburg – Logo
04.10. DE – Hannover – Chéz Heinz
05.10. DE – Berlin – Cassiopeia
06.10. DE – Leipzig – Naumanns
07.10. DE – Dresden – Puschkin
08.10. DE – Dortmund – FZW
10.10. DE – Wiesbaden – Schlachthof 
11.10. DE – Trier – Mergener Hof
12.10. DE – Würzburg – Café Cairo
13.10. DE – Erlangen – E-Werk
14.10. DE – München – Kranhalle

Silverstein - Dead Reflection (14.7.2017, Rise Records)
4.7Gesamtwertung