Es ist schwer aus dem Konstrukt SIEGES EVEN/SUBSIGNAL, also alles wo Markus Steffen seine (Gitarren-) Finger drin hat, eine Platte hervorzuheben, da alle Veröffentlichungen seit den Demotagen Ende der Achtziger einfach nur großartig sind. Seit den ersten Demos verfolge ich das musikalische Schaffen von Gitarrist Markus Steffen und freue mich über JEDE Veröffentlichung, weil jedesmal einzigartige Meisterwerke entstehen.

Ich entscheide mich aber hier bewusst für die “ the art of navigating by the stars“. Es ist die erste Scheibe mit Goldkehlchen Arno Menses am Mikro. Es war eine Fügung des Schicksals, das Markus Steffen diesen Wunderknaben als Sänger aus den Hut gezaubert hat, nicht ohne Grund begleitet Arno ihn auf seinen musikalischen Wegen bei SUBSIGNAL bis heute.

sieges even - navigating

Aber es ist nicht nur diese unglaubliche Stimme, die dieses Album so besonders macht. Als erstes fällt dieser unfassbar transparente, glasklare Sound dieses Meisterwerk auf. Produziert von der Band und Uwe Lulis in den Black Solaris Studios in Frankfurt, ist hier Soundtechnisch wirklich ein Referenzwerk entstanden, wo sehr viele Produktionen heutzutage nicht ansatzweise herankommen.

Nach einem kurzen Intro startet die Platte mit „the weight“.  Hier gehen SIEGES EVEN noch härter und etwas rifforientierter zu Werke als später bei SUBSIGNAL. 10 Minuten schwer ist dieser Hammer-Opener, bei dem Arno gleich mal zeigt wo die Messlatte liegt. Melodiebögen in schwindelerregenden Höhen meistert er ohne Probleme um über diese extrem vertracketen aber stets melodiösen Songs zu gleiten.  „the lonely views of condors“ wird oft heute noch bei SUBSIGNAL live gespielt und gehört zu den absoluten Klassikern. 2-Stimmige Gesangslinien mit wahnsinns Gitarrenarbeit und einer unglaublich tighten Backgroundarbeit von den Holzwarth Brüdern am Bass und Schlagzeug. „Unbreakable“ ist die Ballade der Balladen. Null Kitsch und Schmalz – pure Schönheit. „Stigmata“ stellt die Klasse jedes einzelnen Musikers wieder auf ein neues Level, man kann Technik sehr wohl mit Melodie verpacken.  „Blue wide open“ kann man vielleicht als etwas schmalzig bezeichnen. Wer sich aber in diese Ballade fallen lässt, wird einfach nur die unverfälschte Eleganz und Klasse dieses Songs erleben. Hier hört man deutlich was für ein geniales Team Arno und Markus sind. Ebenso klasse diese unfassbar schöne spanische Gitarre.

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Mit „the ones who have failed“ und „lighthouse“ geht es gewohnt stark weiter, ehe „lighthouse“ und „styx“ dieses Meisterwerk abschliessen.Ich habe immer die Textzeile „…black angels guiding me“ im Ohr. Mit dem Anfangstheme endet auch die Platte und man ist erschöpft aber glücklich nach diesem einzigartigem Genuss.

63 Minuten absolute Perfektion, Klasse, Eleganz und das alles auf einem Produktionsniveau welches immer noch seines gleichen sucht. Perfektion hat einen Namen: SIEGES EVEN

Ich durfte SIEGES EVEN damals mehrfach live erleben und auch dort war ein ein Genuss dies Ausnamekönner auf der Bühne zu sehen. Darüber hinaus auch sehr nette und umgängliche Menschen, die immer ein Ohr für ihre Anhänger haben. Ich war schon sehr geschockt, als es mit SIEGES EVEN zu Ende ging, aber zum Glück gings mit SUBSIGNAL ebenso genial weiter 🙂

Wer diese Platte liebt, wird ebenso alles von SUBSIGNAL mögen. Totaler Pflichtkauf!

Tracklist:

1. Navigating By The Stars 0:30
2. The Weight 10:14
3. The Lonely Views Of Condors 6:14
4. Unbreakable 9:00
5. Stigmata 8:22
6. Blue Wide Open 5:13
7. To The Ones Who Have Failed 7:26
8. Lighthouse 7:41
9. Styx 8:55