Hey, ihr Anspruchsrocker da draußen – ich darf euch neues Futter präsentieren!

Bühne frei für Schizofrantik mit ihrem neuen Album „Ripping Heartaches“. Die Platte bietet einen rund 54-minütigen Trip der Extraklasse. Ein Ritt durch die Genres, der aber stets einer klaren Linie zu folgen scheint. Und das tue ich nicht besonders oft, aber der der CD beiliegende Promowisch beschreibt jene derart treffend, dass ich euch das nicht vorenthalten möchte:

„Wer immer schon einmal hören wollte, wie es wohl geklungen hätte, wenn King Crimson gemeinsam mit Frank Zappa und Bela Bartok die Symptome eines präzise konzertierten Schlaganfalls vertont hätten, der erhält auf ‚Ripping Heartaches‘ endlich die Antwort.“

Klingt irgendwie nach seltsamen Progrock? Passt auch, denn genau hiermit haben wir es zu tun. Aber halt, nicht gleich abwinken. Wenn hier Versponnenes auf gehobene Musikalität trifft, Math Rock auf wilde Metalabfahrten, ein Hauch von Funk auf die Wärme und Melancholie von 70er-Bands und Neo-Progger oder man es auch mal jazziger laufen lässt, sind das zwar alles für sich durchaus auch mal anstrengende Parts. Aber Schizofrantik schaffen es mit einer Locker- und Leichtheit, dass hieraus flüssige und verdammt unterhaltsame Stücke entstehen. Und gerade die (überwiegend) rein instrumentalen und überlangen sind die spannendsten.

„Ripping Heartaches“ wird von zwei solchen Exemplaren eingerahmt, welche die 10-Minuten-Grenze weit hinter sich lassen. „Satan And Death Seperated By Sin“ und „Infinity“ sind Anfang und Ende und gleichzeitig die Höhepunkte einer verdammt unterhaltsamen Platte, die nicht selten avantgardistisch daher kommt, nur um kurze Zeit später mit bodenständigen Melodien zu jonglieren.

Darauf muss man sich natürlich einlassen können. Ist man aber dazu bereit, bekommt man ein äußerst schmackhaftes Menü serviert. Ein fetter Geheimtipp für Freunde der anspruchsvollen Rockmusik!

Trackliste:
1. Satan And Death Seperated By Sin
2. A New Day
3. Pesonal Heel
4. Hungry Ghosts
5. Why Is My Mind?
6. Children Stopped Crying In Aleppo
7. Infinity

Schizofrantik - Ripping Heartaches (Gentle Art of Music, 27.10.2017)
4.3Gesamtwertung