„Daniel Scherf schnappt sich gerne seine Gitarre und tingelt durch die Kneipen und Bars rund um Wiesbaden. Hier versucht er die geneigten Hörer mit seinen ehrlichen Texten und seiner Akustikgitarre zu begeistern“…

… so oder ähnlich hat es in diversen Pressetexten vor einigen Jahren wahrscheinlich geheißen, wenn man etwas über den jungen Singer/Songwriter aus Idstein zu lesen bekam!

Gut sechs Jahre später ist aus dem leisen Solisten Daniel Scherf der Bandleader einer lauten Rock-Combo geworden, die zwar mit dem Namen Scherf & Band immer noch Verknüpfungen zur Vergangenheit auftut, ansonsten aber nicht mehr viel mit der Kneipen-Musik vergangener Tage zu tun hat.

Am 17.02.2017 erscheint nämlich „Wie es ist“, dass zweite komplette Album, welches Daniel (Gesang/Gitarre), Felix (Gitarre), Robin (Bass) und Florian (Schlagzeug) gemeinsam aufgenommen haben und hier voller Energie und einer riesigen Portion Herzblut zeigen, was in ihnen steckt.

Schaut man sich die neuen Songs an, so erkennt man gegenüber dem in Eigenregie produzierten 2014er Vorgänger „Alles wird gut“ direkt eine klare Weiterentwicklung der Band. Ach, was sag ich da… eine megamäßige Entwicklung!

Aber fangen wir mal ganz vorne an: eher durch einen Zufall haben Scherf und Band und ich 2015 zueinander gefunden 🙂 Und ich muss sagen, dass ich von Anfang an echt begeistert bin. Aber das was die Jungs da jetzt mit „Wie es ist“ raus gehauen haben ist einfach nur „wow“ –  anders kann ich das nicht beschreiben.

Ich hab´s mir das erste mal angehört und dachte schon „was ein fettes Brett“ – als ich´s dann aber nochmal genauer gehört habe, konnte ich einfach nicht mehr aufhören. Es -ist – der – Wahnsinn! Anscheinend ist mein Wunsch aus dem Jahresrückblick, nämlich dass das Jahr 2017 musikalisch genauso gut anfängt wie 2016 aufgehört hat. Was soll ich sagen?! Der Wunsch ist eindeutig in Erfüllung gegangen!

Schon der Opener „Samsara“ lässt erahnen, was einen in den nächsten 13 Songs erwarten wird und vor allem welches Thema angesagt ist. Ein feiner Song – besonders gerne mag ich die kleinen „Kiekser“ in Daniels Stimme 😉

Weiter geht´s mit „Vom Scheitern“ und „Wie es ist“ wo schon etwas mehr Tempo angesagt ist. Eingängige Texte begleitet von geniales Gitarrensounds, was will man(n) – oder auch Frau – mehr? Vor allem bei „Wie es ist“ liebe ich einfach die Steigerung die der Song macht… man fiebert nur so dem „Höhepunkt“ entgegen. Übrigens ist hierzu auch das erste Video erschienen (siehe oben).

Der nächste Song „Nicht mehr hier bist“ hat mich besonders gepackt. Ich  möchte nicht allzu viel verraten denn ihr sollt ja schließlich selber fleissig kaufen und hören 😉 aber ich sag mal so: es ging nicht um das Thema, welches ich zuerst erwartet hätte. Auch auf die Gefahr hin dass ich mich wiederhole – geiler Songaufbau, geiler Text, geiler Befreiungsschlag – geiler Song!

Mit „ich  muss hier weg“ stimmen Scherf & Band etwas ruhigere Töne an. Ruhiger aber kein bisschen leiser! Allgemein find ich hier die Mischung aus fast schon fröhlichen Gitarren und melancholischem Text echt genial gelungen. Mit „Bitte lüg mich an“ sind wir dann schon bei meinem ersten Lieblingssong angekommen. Irgendwie kippen die sonst eher punkrockigen Sounds hier fast in Richtung Metal, was genau meinem Geschmack entspricht. Dieses Lied ist einfach nur bäääm! Ich hab´s mir gefühlt schon 1000x angehört und kann einfach nicht aufhören.

„Es ändert sich nichts“ ist dann direkt mal eine klare Ansage. Ein fast schon trotziges „weil wir nun mal so sind“ und ein rotziges „und es ändert sich nichts“ (und das ist auch gut so) sollte nun definitiv bei jedem angekommen sein! Bei „Chaos enden“ gibt´s nochmal die geballte Range von Daniel zu hören. Gepaart mit dem musikalischen Part ziemlich zum Ende hin eine echte Gänsehaut-Nummer – somit ganz klar mein zweiter Lieblingssong.

„W.I.D.L“ kommt mit fettem Schlagzeug und wabbernden Gitarren angerauscht. Mein einziger kleiner Kritikpunkt wäre, dass die Nummer etwas abrupt endet, was den Song allerdings nicht schlechter macht. Und schon sind wir bei „Weitergehen“ angekommen. Was für ein wunderwunderschöner Text. Stimmlich zeigt sich Scherf hier von einer ganz anderen Seite, verglichen mit den anderen Songs.

Die Reihenfolge der Songs ist im übrigen perfekt gewählt, wie ich finde. „Lass los“ wäre dann direkt mal mein Geheimtipp – textlich auf das wichtigste reduziert, musikalisch von ruhiger Strophe bis zum kraftvollen Refrain in gefühlt weniger als 2 Sekunden – das fetzt aber mal sowas von! Hört es euch an! Am besten jetzt!

Und schon sind wir beim letzten Song angekommen – was schade wäre – wenn man es nicht ganz stumpf so macht wie ich seit Tagen: einfach wieder von vorne anfangen 😉 Hier bekommt man wieder die feinen „Kiekser“ (mir ist einfach kein anderes Wort eingefallen 😀 ) auf die Ohren inkl. dem Versprechen „wie bleiben für immer hier“. Es ist doch ein Versprechen, oder?

Als Bonustrack gibt es nochmal das flotte Cover von Hannes Wader „heute hier, morgen dort“ auf die Ohren.

Die Texte handeln vom Scheitern, aufstehen, weitergehen, frei sein… insgesamt klingt es wie ein großer Befreiungsschlag.

Musikalisch irgendwo zwischen Wirtz und den Broilers, stimmlich der junge Campino (in gut 😉 ) – etwas flotter, neuer, lauter und optimistischer – ich sag nur: „den Arsch im Sattel, die Faust geballt!“ Gut gemacht, Jungs!

 

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Titel:
1. Samsara
2. Vom Scheitern
3. Wie Es ist
4. Dieses Lied
5. Nicht Mehr Hier Bist
6. Ich Muss Hier Weg
7. Bitte Lüg Mich An
8. Es Ändert Sich Nichts
9. Chaos Enden
10. W.I.D.L.
11. An Das Was War
12. Weitergehen
13. Lass Los
14. Für Immer Hier
15. Bonustrack – Heute hier, morgen dort

 

Passend zur Veröffentlichung des Albums begeben sich Scherf & Band dann direkt auf ihre „Wie es ist“ Tour… schaut mal ob etwas für euch dabei ist:

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09.02.2017 | Essen | Weststadthalle (Benefizkonzert Viva con Agua Ruhrpott)
24.02.2017 | Leipzig | Hellraiser Leipzig
25.02.2017 | Hamburg | Grüner Jäger
02.03.2017 | Köln | MTC Cologne
03.03.2017 | München | BACKSTAGE München
04.03.2017 | Ludwigshafen | Kulturzentrum dasHaus Ludwigshafen
25.03.2017 | Homecoming-Show in Frankfurt am Main (mit The New Roses und Dellacoma) | Gibson Club

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Scherf & Band - Wie es ist (17.02.2017)
5.0Gesamtwertung