Achtung, so ein bisschen Hypealarm ist bei Savage Master ja angesagt! Es gibt nämlich einige, die ordentlich steilgehen, wenn Stacey Peak und ihre Kapuzenjungs die Peitsche schwingen und den aufgegeilten Heerscharen den Marsch blasen.

Einen gewissen Reiz kann man der Band und ihrem zweiten Album „With Whips and Chains“ nicht absprechen. Ein bisschen Sex, ein bisschen Horrorshow, simple Songs und eine große Portion Kauzigkeit – das passt schon. Allzu viel sollte man sich von den zehn Songs allerdings nicht erwarten. Die Chose ist betont rumpelig und oldschool. Der Titeltrack, „Ready to Sin“ und „Burned at the Stake“ haben durchaus Hitcharakter. Der Rest hechelt etwas hinterher.

Liegt vielleicht daran, dass die Songs relativ gleichförmig daher kommen und man auch in Sachen Tempo wenig variiert. Midtempo ist angesagt. Die Gitarrenriffs sind sattsam aus alten US-Hardrock- oder NWOBHM-Nummern bekannt und versetzen nicht in Stauen. So hängt die Sache am Ende doch sehr vom amazonenhaften Gebaren der freizügig agierenden Frontfrau ab, die irgendwie wie eine räudige Mischung aus Doro Pesch und Tim Baker (Cirith Ungol) klingt.

Letzteres ist ein deutlicher Fingerzeig in Richtung Kultecke. Und genau dort möchte die Band auch zu Hause sein. Mit einem Bierchen in der Hand funktioniert das auf einem Festival wie dem Keep-it-true sicher (werden wir in Kürze davon berichten!). Ob man das zu Hause allerdings allzu oft auflegt? Ich weiß nicht so recht…

Savage Master - With Whips and Chains

Trackliste:
1. Call of the Master
2. Dark Light of the Moon
3. With Whips and Chains
4. Path of the Necromancer
5. Vengeance Is Steel
6. Looking for a Sacrifice
7. Satan’s Crown
8. Burned at the Stake
9. Black Hooves
10. Ready to Sin

Savage Master - With Whips and Chains (High Roller Records, 22.04.2016)
3.0Gesamtwertung