Bands aus Russland sind in unseren Breitengraden ja nicht wirklich so umfangreich bekannt und speziell in der heutigen Zeit ist esfür sie leider umso schwieriger musikalisch bei uns Fuß zu fassen.

Die St. Petersburger Ekaterina (Gesang), Alex (Gitarre, Keyboards), Aleksey (Gitarre), Dmitry (Bass) und Stepan (Schlagzeug) machen sich nun unter dem Namen Sacrament mit ihrem dritten Album „SuperNova“ auf zum Angriff auf die Westeuropäischen Gehörgänge und sie wollen damit ihren Beitrag zur Völkerverständigung und gegen den angedrohten kalten Krieg abliefern.

Zwölf düstere, von der Stimmte Ekaterinas getragene Songs tragen eine „SuperNova“ zu uns, die zwar keinen eisigen Wind, aber doch die eine oder andere Auffälligkeit mit sich bringt.

Bereits seit über zehn Jahren Bühnenerfahrung unter anderem mit Bands wie `Within Temptation´, `Evanescence´ oder `Anathema´, sowie mit den beiden ersten Longplayern aus 2010 und 2014 hat sich das Quintett bereits einen gewissen Namen in der Gothic-Rock Szene machen können.

Aber nun zurück um Album:

Der Opener „Bethlem“ steigert sich verzerrt in ein Gitarre-Schlagwerk-Gesangs Gemisch, welches musikalisch anspricht, technisch aber direkt Grenzen aufzeigt… man hätte hier gerne mehr Wert auf das perfekte Abmischen legen sollen. Schräge Nummer mit angenehmen Gesang… aber keine Ahnung was sich die Band da zusammen mit dem griechischen Label `The Leaders Records´ gedacht hat.

Aber die zweite Nummer versprüht dann schon mehr Dynamik und „Gothic“ verbuche ich schon mal als Song, der bei mehrmaligem Hören bestimmt einen Platz im Langzeitgedächtnis finden wird…!

Nur leider ist „The Last Hour“ die nächste Nummer ohne großes Aufsehen und mittlerweile wird es echt Zeit, das mal ein richtiger Kracher zu hören ist… ansonsten geht der Wiedererkennungswert der Scheibe gnadenlos flöten, da muss man von ausgehen!

Und bevor ich mich gerade geistig verabschieden möchte erklingt „The Lie“ und erstmalig packt mich etwas im Nacken und drückt mich tief in meine Couch, sodass mir gar nichts anderes übrig bleibt auch dem nächsten Song „Terra Ultima“ (mittlerweile Bein wippend) zu folgen.

Über die „Requiem“ Ballade geht es nun direkt in das Jahr „1984“, welches mit durchschnittlich abwechslungsreichen Alternative Metal Sounds begleitet wird… alles irgendwie nicht neu, aber trotzdem irgendwie auch nicht schlecht.

Mit „My Fault“ und „Fall“ beglücken einen Sacrament dann im letzten Drittel noch mit zwei Glanzlichtern, denn krachender ehrlicher Rock hat schon immer seine Berechtigung gehabt!

Die letzten drei Titel sind gut, aber keine Überflieger und „The Comet“ bringt das Album mit einer abgedrehten Gitarren-Frickel-Komposition zu einem abgefahrenen, jedoch gewöhnungsbedürftigen Abschluss.

Sacrament haben eine solide Rock-Scheibe auf den Markt geworfen, bei welcher ich persönlich die angepriesenen Gothic Songs nicht wirklich finden konnte… zugegebenermaßen stört mich das am Wenigsten!

Ein solides Album einer musikalisch gut eingespielten Truppe aus dem russischen St. Petersburg ja… wirklich innovativ neues? Nein!

 

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Trackliste:
1. Bethlem
2. Gothic
3. The Last Hour
4. The Lie
5. Terra Ultima
6. Requiem
7. 1984
8. My Fault
9. Fall
10. On The Line
11. Who Am I For You?
12. The Comet

Sacrament – HOMEPAGE

Sacrament - Supernova (The Leaders Records - 12.02.2016)
3.5Gesamtwertung