Unsere „Ruhrpott-Reporter“ Tanja und Norman waren mal wieder für uns unterwegs und haben sich am letzten Samstag den wunderbaren Gig von Royal Republic in Köln angeschaut… was sie zu berichten haben? Schaut hier:

(Fotos folgen in Kurze… also immer weiter dran bleiben!)

 

Royal Republic feiert größte Geburtsparty der Bandgeschichte

Royal Republic befindet sich derzeit auf “Weekend-Man” Tournee und machte am letzten Samstag – ausgerechnet am Geburtstag von Bassist Jonas Almen – Station im Kölner Paladium. Ein großartiger Auftritt mit einer großartigen Band und einem ebenso großartigen Publikum. Da passte einfach mal alles!

Aber der Reihe nach:
Die 4 Schweden von Royal Republic, brachten sich zum Anheizen gleich 2 Vorbands mit. Die Londoner von Dinosaur Pile-Up waren als dinosaur-pile-up-5erste an der Reihe. Die Band um Leadsänger Matt Bigland, der optisch stark an Kurt Cobain erinnert, heizte 33 Minuten und sieben Songs lang mit solidem Alternativ-Rock ein. Ihr Auftritt endete mit ihrem bekanntesten Song “Eleven Eleven” vom gleichnamigen aktuellen Album.

Ihnen folgte dann der Amsterdamer Akkustik-Gitarren-Künstler Tim Vantol. Im Gegensatz zu anderen Auftritten war er dieses mal ohne Begleitung unterwegs. Ein Mann, eine Akkustik-Gitarre, 4.000 gut aufgelegte Kölner, dass sowas funktioniert bewies uns Tim Vantol hier auf beeindruckende Weise. In dem 42-minütigen Auftritt durften die bekanntesten Songs “If we fall down” und “Nothing” nicht fehlen. Hier war doch der gewachsene Bekanntheitsgrad tim-ventol-1von Tim Vantol deutlich zu spüren, denn nicht wenige Zuschauer konnte bereits ohne Aufforderung mitsingen. Tim Vantol, der dieses Konzert als Drei-Gänge-Menü beschrieb und sich selbst somit als Suppe deklarierte, spielte gekonnt mit dem Publikum: zu “Nothing” wurde das Publikum zum selbst-singen animiert was dann noch in der deutschen Version “nichts ist wie es scheint” mündete. Als Tim Vantol sich schließlich zwei Meter neben dem Mikrophon aufstellte und dann – ohne Mikro – weiter sang, war er dennoch im ganzen Saal gut zu hören.

Soweit so schön, aber eigentlich war das ja ein Royal Republic Konzerttim-ventol-4 und so warte das stark gemischte Publikum – vom Hardcore-Fan mit 56 RR-Konzerten bis zum RR-Neuling und von Callejon Fan bis zum Muse Anhänger war hier alles dabei- gespannt auf den Hauptact, der die Halle um 21.45 Uhr mit dem Opener “When i see you dance with another” augenblicklich zum rocken brachte. Die Songs “Here i come” und “Make love not war, but If you have to make war, make sure to make love in between” folgten direkt danach und brachten das feierwütige Publikum ordentlich in Bewegung. Mit der üblichen Ansage “We are Royal Republic from Sweden” gelang dann die erste Kontaktaufnahme mit dem Publikum.

Insgesamt wurden viele Songs vom aktuellen Album “Weekend Man” gespielt, so dass hier kaum etwas fehlte. Von den beiden Erstwerken “Save the Nation” und “We are the Royal” wurden natürlich die größten Hits gespielt – so fehlten natürlich Songs wie “Underwear”, “Tommy Gun” und “Strangers, Friends, Lovers, Strangers” nicht in der Setlist. Einer der Höhepunkte war die Chor-Version von “Addictive”, die hier in der Version der EP “Royal Republic and the Nosebreakers” akkustisch zum royal-republic-3Besten gab – der Beleg, die können nicht nur Rock, sondern insgesamt stehen hier begnadete Musiker auf der Bühne.

Wie bei Royal Republic üblich, spielte der Dialog zwischen Sänger Adam Grahn und dem Publikum eine große Rolle. So erzählt er bekanntlich gerne mal einen Schwank aus seiner Jugend. Er scheint seiner Karriere als Gitarrenlehrer von 12-Jährigen hier keine Träne nachzuweinen – wer von euch eine/n 12Jährige/n kennt wird dies nachvollziehen können. Warum er davon erzählt hat, war nicht wichtig, aber der nächsten Song wurden dann “Malcolm”, einem seiner Ex-Schüler, gewidmet. Nun ja, wir sind dankbar, dass er nun auf der Bühne steht und nicht in schwedischen Klassenzimmern.

Ein Highlight des Abend war sicherlich Das Geburtstagsständchen zu Ehren von Bassist Jonas Almen. Der Gratulation und dem gemeinsamen “Happy Birthday”, angeleitet von der Band, konnte ein feierwütiges Kölner Publikum mit nicht weniger als 4 Zugaben toppen. Das Publikum sang nach dem Happy Birthday direkt weiter “Wie schön, dass Du geboren bist” von Rolf Zuckowski und man sah img_6191Adam Grahns verwunderten Blick mit der Rückfrage “is it on Spotify?.” Das Publikum ließ sich nicht lumpen und sang es direkt nochmal – nur lauter. Adam Grahn wurde selbstbewusst – “Okay, we need more Birthday” Songs. Nach “Hoch soll er leben” und weiteren Geburtstagsliedern, die mir inzwischen entfallen sind, beendet Adam Grahn dieses mit gespielter Strenge “Stop this!” Insgesamt kam Jonas Almen so auf fünf Geburtstagssongs! Weltklasse!

Beeindruckt zeigten sich Adam Grahn und die Band auch von der Besucherzahl. Die größte bisherige Zuschauerzahl lag bei 3.500. Mit fast 4.000 Besuchern im Palladium ist man laut Grahn nun “zu einer richtigen Band” geworden. Die Band ließ dabei nicht unberücksichtigt, wie ihr Weg durch die Kölner Locations war – vom kleinen Luxor übers Gloria bis ins große Palladium.

Zum Abschluss wurde das Publikum mit “Fullsteam Space Machine” nach eineinhalb Stunden kraftvollen Rocks in den späten Abend entlassen. Die Band verabschiedete sich und wurde noch minutenlang beklatscht und gefeiert. Adam Grahn wirkte ergriffen, als er verkündete, sie werden nach Köln zurückkehren – aber vorher muß noch ein “großartiges Album” erstellt werden. Man darf gespannt sein, wann der Nachfolger von“Weekend Man” erscheinen wird.

Ein toller Abend, an dem Band und Publikum sich bestens ergänzten und RR mal wieder zeigte das zu einer guten Band mehr als nur gute Musik gehört. Die Interaktion mit dem Publikum macht ein RR-Konzert zu dem besonderen Erlebnis, immer wieder anders, immer wieder toll.
Royal Republic – BANDPAGE
Tim Vantol – HOMEPAGE
Dinosaur PileUp – BANDPAGE

Fotos: Tanja Krell

Bericht: Tanja & Norman Krell