RomuvoS ist das Baby des Litauers mit dem Künstlernamen Velnias. Der Name bezieht sich auf die vorchristlichen Traditionen und die litauische, heidnische Religion. Seit 2014 hat er mit seinem Projekt zwei Alben veröffentlicht, welche sich mit der baltischen Geschichte auseinandersetzen. „The Baltic Crusade“ beschäftigt sich nun explizit mit einem Thema: Schlachten, welche die baltischen Völker gegen christliche Eindringlinge zwischen den Jahren 1236 bis 1279 geführt haben.

Vorgetragen wird das Ganze in der Landessprachen und gekleidet in recht soliden Folkmetal. Heroisch geht es hier zu, keine Frage. Aber trotz der oftmals an den Tag gelegten Melodieseligkeit wenig kitschig. Das mag auch daran liegen, dass RomuvoS es nicht auf pure Eingängigkeit anlegen. Die Stücke der Band sind oftmals relativ getragen und fallen nicht gleich mit der Tür ins Haus, wie das viele „Rauf und sauf“-Bands oder „Battle-Metaller“ tun. „The Baltic Crusade“ wird von einer angenehmen Ernsthaftigkeit durchzogen. Also mehr Epik statt Gedudel.

Die atmosphärische Karte spielte man verstärkt in den Songintros aus. Echt klingende Folkinstrumente wie Flöten, Dudelsäcke und der verstärkte Einsatz einer Maultrommel sorgen für Authentizität, so dass man sich in längst vergangene Zeiten zurückversetzt fühlt. Songs wie das zum Fäusterecken einladende „Skuodas“ oder das schleppende „Durbe“ machen durchaus Laune, auch wenn man sich anfangs zuerst noch etwas an die Sprache gewöhnen muss. Aber das ist in dem Metier jetzt auch nicht besonders ungewöhnlich.

In Sachen „epischer Folkmetal“ haben RomuvoS viel richtig gemacht und ein durchaus ansprechendes Album eingespielt. Kann man sich doch mal anhören!

 

Trackliste:
1. Saule (1236)
2. Memel (1257)
3. Skuodas (1259)
4. Durbe (1260
5. Pukarwis (1261)
6. The Baltic Crusade
7. Lubawa (1263)
8. Karuse (1270)
9. Aizkraule (1279)

 

RomuvoS - The Baltic Crusade (Dangus Records, 26.06.2020)
3.8Gesamtwertung