Achtung, hier ist er mal wieder, der derzeit heißeste Shit, wenn es um klassischen Rock’n’Roll, bzw. Retro-/Classic-Rock geht! Wolfmother haben wiedererstarkt im Frühjahr bereits vorgelegt. Die Rival Sons setzten da aber gleich noch ordentlich einen drauf. „Hollow Bones“ ist nämlich (wieder) eine coole, betörende, mitreißende Platte mit einigen richtigen Highlights geworden.

Alles andere wäre aber auch eine Enttäuschung gewesen. Die vier Amis sind ja schließlich auch die Babos auf dem Gebiet. Bringen alles mit, was vor Jahrzehnten auch Led Zeppelin zu einer großen Band gemacht hat: einen coolen Gitarristen, der die Klaviatur von Rauheit, bluesigen Untertönen und feinen Texturen beherrscht, eine unwiderstehlich swingende Rhythmusgruppe und ein Sänger, dem die Bezeichnung „Rockstar“ regelrecht aufs Hirn tätowiert ist. Wer sonst klingt gleichzeitig so kraftvoll, sexy und feinfühlig wie Jay Buchanan?

Ach ja, Songs haben wir hier ja auch noch. Den Doppelpack „Hollow Bones“ zum Beispiel. Teil 1 ist ein lässiger Schieber mit coolem Chorus und knackigem Arrangement. Dafür tönt Teil 2 plötzlich ganz anders. Nämlich hart groovend, fast garstig. Als Kontrast dazu: „Tied Up“ gibt sich lasziv schiebend, während „Fade Out“ als leicht soulige Ballade gefällt.

Noch etwas emotionaler und musikalisch abgespeckter wird es ganz am Ende mit der Akustiknummer „All That I Want“. Sehr gefällt auch das Zeppelin’esk groovende „Thundering Voices“, das mit einem abgefederten, dezent einlullenden Refrain überrascht. Ziemlich cool. Und dann wäre noch diese verdammt lässige, bluesige Coverversion von „Black Coffee“. Sexy R’n’B der ganz alten Sorte. Lediglich der etwas gewöhnliche Rock’n’Roller „Baby Boy“ und das gemütlichere „Pretty Face“ können nicht so wirklich überzeugen.

Aber es kann ja nicht alles perfekt sein. Das war es schließlich auch bei den Altmeistern selbst nicht. Im Großen geben die Rival Sons aber wieder eine starke Visitenkarte in Sachen urwüchsiger, leidenschaftlicher Rockmusik der klassischen Sorte ab. Am Ende bleibt da nur noch eine Frage: Wer soll das Quartett noch aufhalten?

Rival Sons - Hollow Bones

Trackliste:
1. Hollow Bones Pt. 1
2. Tied Up
3. Thundering Voices
4. Baby Boy
5. Pretty Face
6. Fade Out
7. Black Coffee
8. Hollow Bones Pt. 2
9. All That I Want

Rival Sons - Hollow Bones (Earache Records, 10.06.2016)
4.4Gesamtwertung