Am 09. Juni kam das neue Album von Rise Against – Wolves betitelt – auf den Markt. Ich war sehr gespannt darauf, da ich mit den letzten Alben von Rise Against einfach irgendwie nicht mehr richtig warm geworden bin, nachdem ich die älteren Platten wirklich geliebt habe und sie auch heute noch immer wieder gerne höre. Entsprechend habe ich der Platte erstmal ein paar Umdrehungen mehr gegönnt, bevor ich mich an dieses Review gesetzt habe. Ich wollte sie bewusst ein wenig wirken lassen um mich nicht von einer ersten Einschätzung zu einem vorschnellen Urteil verleiten zu lassen.

Haben sich Rise Against eines immer bewahrt – ihr Politisches Standing – so war die Musik zuletzt doch eher deutlich massenkompatibler und hatte ein wenig an Härte und Bissigkeit verloren. Etwas, das gleich der Opener und Titeltrack „Wolves“ widerlegt. Da sind wieder die alten Rise Against rauszuhören. „House On Fire“ beweist dann direkt danach als zweiter Track auf dem Album, dass die Band aus Chicago auch ihre zweite Stärke nicht verlernt hat, hymnische Melodie-Hardcore-Hymnen, getragen von Tim McIlraths charismatischem Gesang. Das macht schonmal Spaß und Vorfreude auf die restlichen der 11 Tracks des Albums. Und sie enttäuschen einen nicht. Zugegebenermaßen erreichen sie zwar auch nicht die Qualität von zum Beispiel „The Unravelling“ oder grade „The Sufferer & The Witness“ zurück, aber „Wolves“ weiß zu überzeugen und ist ein Schritt in die richtige Richtung, zurück zu alter Stärke. „Mourning On America“ und „How Many Walls“ sind zwei weitere Anspieltipps.

Inhaltlich werden wie üblich die tagesaktuellen politischen Themen behandelt. Zum Beispiel im eben bereits erwähnten „How Many Walls“: „The monsters lost in history are now making their return“. Ein Text der jetzt grade auch in Deutschland mit seiner aktuellen politischen Lage und dem Aufkommen des plötzlich wieder „schicken“ Nationalismus eine wichtige Rolle spielt. Und natürlich hatte auch die Wahl von Donald Trump eine wichtige Rolle bei der Entstehung des Albums und im Endeffekt sogar Einfluss darauf, dass das Album nicht wie ursprünglich geplant „Mourning In America“ heisst, sondern eben „Wolves“. Die Band wollte bewusst nicht ein so negatives und düsteres Bild mit dem Albumtitel malen, man hat sich stattdessen auf den Jäger besonnen. Ein starkes Tier. Ein Rudeltier. Ein soziales Tier. Man kann hier den Aufruf zum Widerstand lesen, sich zu wehren. Nicht alles hinzunehmen und den Kopf hängen zu lassen in dieser düsteren Zeit. Nicht alleine kämpfen, sondern mit vielen Gleichgesinnten. Irgendwie typisch Rise Against. Das hat man auch früher schon bei ihnen gehört. Und das will man auch bei ihnen hören.

Und so beweist die Band mit ihrem bereits achten Studioalbum, dass sie auch nach 18 Jahren immer noch eine feste Größe in der Welt des Politpunks und des melodischen Hardcores sind. Man findet wieder mehr die alten, raueren Rise Against auf „Wolves“, die aber zugleich nie verlernt haben Hymnen zu schreiben, die sowohl kleine Clubs als auch ganze Stadien mitsingen werden. Unbedingt reinhören!

Rise Against - Wolves

Rise Against – Wolves

01. Wolves
02. House On Fire
03. The Voilence
04. Welcome To The Breakdown
05. Far From Perfect
06. Bullshit
07. Politics Of Love
08. Parts Per Million
09. Mourning In America
10. How Many Walls
11. Miracle

Rise Against - Wolves (Universal, 09.06.2017)
4.5Gesamtwertung