Die Meister der geschickt eingebrachten Breaks sind zurück und wer war nicht schonmal auf der Garagenparty oder in der Indiedisco nebenan zu „New Noise“ sturz betrunken und ist abgegangen wie ein Zäpfchen? Also ich auf jeden Fall schon. Oft.

Refused kommen mit „War Music“ den Erwartungen nach und bringen uns ein politisches und krachiges Stück Musik mit.

Gleich der Opener „REV001“ kommt gewohnt mit Intro und dröhnendem Gekeife um die Ecke. Den durch eigene Kreativität auf einen kleinen Thron gehobenen Schweden war nach langer Pause 2012 die Wiedervereinigung und 2015 mit Freedom ein gutes neues Album gelungen. 2019 folgt jetzt ein, ich lehne mich weit aus dem Fenster, Hitalbum mit „War Music“. Denn hier finden zwar die „New Noise“-Fans alle ihre Erwartungen erfüllt, aber diese Band macht einfach Spaß. Auch wenn der Sound von Refused vermutlich nicht nach Spaß, sondern nach brettharter Gesellschaftskritik klingen soll, wird auch fernab von Parolen und Zeigefingern der Punk ausgepackt und soundtechnisch einiges vorgelegt.

Und dann kommen sie doch, die Überraschungen. Denn in „I Wanna Watch the World Burn“ muss ich kurz gucken, ob hier nicht alte AFI-Songs mit reingerutscht sind. Gesangstechnisch klingt Dennis Lyxzén kurzzeitig nach Davey Havok, was sich aber ziemlich gut in das Gesamtbild einfügt.

Insgesamt haben wir hier ein abwechslungsreiches Album mit deutlich mehr Höhen als Tiefen vor uns. Ich hab mich lange nicht so gern anschreien lassen! Reinhören!

1. REV001
2. Violent Reaction
3. I Wanna Watch The World Burn
4. Blood Red
5. Malfire
6. Turn the Cross
7. Damaged III
8. Death in Vännäs
9. The Infamous Left
10. Economy of Death

Foto: Tim Tronckoe

Refused - War Music (Spinefarm Records/Universal Music, 18.10.2019)
4.3Gesamtwertung