Übersetzt man den Titel des neuen Queensrÿche-Albums ins Deutsche, dann heißt es „Das Urteil“. Wir schauen und hören jetzt mal welches Urteil wir über das neue Langeisen des Seattle US-Progressive-Metal-Urgesteins fällen können!

Dass die Band nach der Trennung von Geoff Tate mit ihrem inzwischen nicht mehr so neuen Sänger Todd La Torre im Aufwind ist, das wird kaum jemand bestreiten, dessen Ohren noch links und rechts am Kopf sitzen. Für „The Verdict“ musste die Band auf die Dienste von Scott Rockenfield verzichten. Das Schlagzeug hat auf „The Verdict“ ebenfalls La Torre übernommen.

Hört man sich die Alben „Condition Hüman“ und „Queensrÿche“ an, dann merkt man sehr schnell, dass die Band sich schon ein wenig selber kopiert. Man könnte auch sagen, Queensrÿche haben wieder zu ihren Wurzeln zurückgefunden.
Und damit erfüllen sie genau das, was sich alte Fans der Band wünschen. Und dies funktioniert mit jedem neuen Album besser. Das Level welches „Empire“, „The Warning“ oder gar „Operation: Mindcrime“ erreicht haben, wird auch mit „The Verdict“ nicht erreicht, aber das erwartet auch niemand.

Stattdessen liefern Queensrÿche mit „The Verdict“ ein Album ab, welches ohne Ausfälle durchläuft, mit knackigen Songs und einem rohen Sound überzeugt.
Mit „Blood Of The Levant“ gelingt der Einstieg in recht gut und vor allem erinnert der Song so dermaßen an alte längst vergangene Zeiten, so dass man als Fanboy direkt mitten im Album ist. „Man And The Machine“ nimmt die Vorlage dankend auf und kommt mit „Empire“-Gedächtnisgitarren um die Ecke. La Torre singt hier auf höchstem Level und der treibende Rhythmus macht aus dem Song ein kleines Juwel!

„Light-Years“ zeigt die progressive Seite der Band. Der Song läuft nicht so flüssig ins Ohr wie seine beiden Vorgänger und benötigt ein paar Durchgänge bis er zündet. „Dark Reverie“ ist eine gelungene Ballade, mit „Portrait“, einer weiteren Ballade, wird das Album dann auch abgeschlossen.

Zwei Balladen, das klingt nach viel ruhigen Tönen, dies stimmt aber so nicht. Der Großteil der Songs spielt im Hochenergiesektor. „Bent“, „Inner Unrest“ und das sehr feine „Propaganda Fashion“ sind Songs welche einfach schnell zünden und klasse sind!

Wer immer noch denkt Queensrÿche würden nicht ohne Geoff Tate funktionieren, der bekommt mit „The Verdict“ endgültig den Gegenbeweis geliefert!

Urteil: Super, weiter so!

 

 

1. Blood Of The Levant
2. Man The Machine
3. Light-Years
4. Inside Out
5. Propaganda Fashion
6. Dark Reverie
7. Bent
8. Inner Unrest
9. Launder The Conscience
10. Portrait

http://www.queensrycheofficial.com/

Queensrÿche - The Verdict (Century Media, 01.03.2019)
4.3Gesamtwertung