Man nehme Tom Morello, Brad Wilk, Tim Commerford (alle ehemals Rage Against The Machine) und füge B-Real (Cypress Hill), Chuck D und DJ Lord von Public Enemy hinzu. Was man dabei herausbekommt könnte eine explosive musikalische Mischung sein. Die Wut und Kraft von Rage Against The Maschine, kombiniert mit ein paar der prägendsten Musikern aus der Rap- und HipHop-Szene ergibt Prophets Of Rage.

Das selbstbetitelte Album dieser Kooperation liegt nun vor und wir hören mal rein und schauen (bzw. hören) was es hier zu entdecken gibt. Schaut man sich die Historie der beteiligten Musiker an, dann dürfte klar sein, dass man sich auch der aktuellen politischen Lage annimmt.

Als Songs mit den eindringlichsten Texten kristallisieren sich schnell „Unfuck The World“ und „Strength In Numbers“ heraus. Während der eine Song („Unfuck The World“) sich mit den USA und den momentanen Veränderungen dort kritisch auseinandersetzt geht es in „Strenght In Numbers“ darum, wie das Leben vom Job und anderen alltäglichen Problemen bestimmt wird. Themen wie die Legalisierung von Drogen, soziale Ungerechtigkeit werden in anderen Liedern thematisiert. Die Texte sind es wert gelesen zu werden, man muss aber auch nicht allem zustimmen.

Das Hauptaugenmerk liegt natürlich auf der Musik und wie die Band die Texte in die Gehörgänge der Zuhörer transportiert. Hier gibt es, im Verlauf des Albums, viel Licht, aber auch Schatten.
Hört man sich die Songs an, dann könnte man auf den Gedanken kommen, warum hat die Band sich einen neuen Namen gegeben? Musikalisch klingt das nach Rage Against The Machine, mit deutlich gesteigertem Anteil an Rap-Gesang, was aufgrund der beteiligten Musiker nicht verwunderlich ist.
Das Problem, Rage Against The Machine klangen in jeder Note deutlich wütender, präsenter und aufwühlender als Prophets Of Rage dies wahrscheinlich je sein können.

„Radical Eyes“ und „Unfuck The World“ machen viel richtig. Man wartet eigentlich nur darauf, dass Prophets Of Rage irgendwann die Handbremse lösen. Leider passiert dies nicht. Den wütenden Texten folgt eine Musik welcher es an Aggressivität und neuen Ideen leider einfach fehlt. Die Band verlässt sich, insbesondere Tom Morello, Brad Wilk und Tim Commerford, auf ihre Vergangenheit. Die Kollegen aus der Rap-Ecke fügen diesem Sound zwar noch ein paar andere Nuancen hinzu, leider aber nicht genug um das Album über die komplette Laufzeit spannend zu halten!

Schade, hier wurde viel Potential verschenkt!

Radical Eyes
Unfuck The World
Legalize Me
Living On The 110
Counter Offensive
Hail To The Chief
Take Me Higher
Strength In Numbers
Fired A Shot
Who Owns Who
Hands Up
Smash It

http://www.facebook.com/prophetsofrageofficial/

 

Prophets Of Rage - s/t (Caroline, 15.09.2017)
3.3Gesamtwertung