Die Engländer Primitai gibt es schon ein paar Jahre. „The Calling“ ist bereits ihr sechstes Album. Aber ich glaube nicht, dass ich mich schämen muss, wenn ich die Truppe bisher nicht kannte. Aber hiermit hat sie beim Rezensenten einen recht angenehmen Eindruck hinterlassen.

Der Metal von Primitai klingt an sich recht modern, lässt aber nie einen gesunden Anteil an Melodie vermissen. Der Sound dockt genauso beim Melodic Metal an, wie bei einer Powercombo der Marke Brainstorm oder gesanglich teilweise auch bei deren Landsleuten Rage. Tja, und weil man komplett auf jegliche Oldschool-Anklänge verzichtet, dürften auch Freunde einer Truppe wie Avenged Sevenfold hier mal ein Ohr riskieren.

Gerade die Gitarrenarbeit ist wirklich stark. Der Sänger ist stets um feine Melodielinien bemüht und ihm gelingt auch viel Hörenswertes. Leider ist kein so richtig umhauender Ohrwurm dabei – aber auch keine echten Ausfälle, auch wenn sich die Songs von ihrer Machart her ähneln. „No Survivors“, „Demons Inside“, „Overdrive“ und „Into The Light“ sind die drei stärksten Nummern. Sie haben Groove und klingen doch irgendwie lässig. Aber auch der Rest läuft recht gut rein.

Ein fettes Minus ist allerdings die Produktion. Gerade das künstlich aufgebauschte und nach vorne gemischte Schlagzeug bügelt so gut wie alles nieder und verursacht schon fast Kopfschmerzen. Das geht besser! Wobei man natürlich sagen muss, dass das zeitgemäße Klangbild von „The Calling“ ziemlich gut zur Mucke passt.

Der letztliche Gesamteindruck ist ein guter – auch wenn auch nicht allzu viel auf Dauer hängen bleibt.

 

Trackliste:
1. Possess Me
2. Demons Inside
3. Overdrive
4. Curse of Olympus
5. No Survivors
6. Memories Lost
7. Into the Light
8. Into the Dark
9. Tempest Returns
10. The Calling

 

Primitai - The Calling (Dissonance Productions, 25.05.2018)
3.8Gesamtwertung