Ich hab selten so wenig Probleme gehabt eine Band einzuordnen. Und selten war ich darüber so froh. Skatepunk!

Die Zeiten in denen man sich die Arme und Beine bei den Skateversuchen verletzt hat und eigentlich doch nur wegen der Mucke, dem Gras, den Mädels und diesem Ding da war, das man nicht so richtig beschreiben konnte. Dieses Ding das ich in der Nachbetrachtung einfach mit „dieses Punkrock“ beschreiben würde. Irgendwie zwischen erste Anti-Nazidemo und „Raise your Voice“-Faust der Luft, Abi-Party und besoffene Freunde mit Erdnuss-Flips in der Nase dekorieren. Genau da finde ich Primetime Failure wieder.

Am Ende sind diese 8 Songs auf „Home“ eine Art unbeschwerter Befreiungsschlag. Ein „Lass mal wieder mehr NoFx, Satanic Surfers und so bei Partys hören, bitte!“. Jugendlicher Leichtsinn in den 30ern. Ich liebe es!

Zwar würden mir aus der Zeit sofort einige (Schüler-)Bands aus meinem Umfeld einfallen, die sich damals genau so angehört haben, aber das ist wohl das Ding. Damals! Auch wenn ich mich gerade anhöre wie ein alter Sack in der Punkrock-Midlife Crisis, aber mit einer kleinen Träne im Auge fallen einem sofort tausende Geschichten aus der Zeit ein. Und irgendwie realisiert man dabei aber Furchtbares. Z.B. das man heute echt zwischendurch ein Glas Wasser trinken sollte, um nicht drei Tage am Stück kotzen zu gehen nach Dosenstechen bei der Punkshow im Hood.

Ich glaube hätte ich neben Familie, Fotos und Schreiberei noch eine Band, würde sie sich genau so anhören! Danke, ihr geilen Typen! Danke für diese kleine Reise nach „Damals“ (ich hasse das Wort!). Melodie, Arschtritt und eine Menge Spaß. Großes Kino!

 

 

  1. Home
  2. State of Unrest
  3. Let Go
  4. Waiting
  5. Celebrate The Winter
  6. Pottery Class
  7. Time
  8. Stuck in the 90es
Primetime Failure - Home (Uncle M, 12.05.2017)
4.3Gesamtwertung